Ray Dalio hat sich vor einiger Zeit im Rahmen eines Gedankenexperiments als Investor in das Jahr 1900 zurückversetzt. Dabei investierte der Anlageguru gedanklich in die Finanzmärkte der damaligen zehn größten Wirtschaftsnationen – darunter auch Deutschland. Als Portfolio wählte er jeweils eine Mischung aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Staatsanleihen. Viele Jahre später lautete das Ergebnis wie folgt:
Österreich-Ungarn gibt es seit Ende des Ersten Weltkriegs nicht mehr, in Russland und China beendeten Revolutionen (1917 beziehungsweise 1949) die damaligen Anlagemöglichketen für viele Jahrzehnte. Ergebnis für Anleger in diesen drei Staaten: Totalverlust. Dalios Experiment ergab weiter, dass von den zehn stärksten Industrienationen es nur drei (= USA, Großbritannien und die Niederlande) bis ins Jahr 2020 geschafft haben, ohne jemals das Vermögen von Anlegern komplett zu vernichten.
Aber: Auch bei diesen Ausnahmen gab es „Perioden großer Vermögensvernichtung“ (O-Ton Ray Dalio). Dalios Gedankenexperiment kam mir wieder in den Sinn, als ich mir am 21. Mai 2026 die Sendung „Markus Lanz“ anschaute. Dort sagte der ehemalige Bundeswehr-General Erich Vad, dass die vorgeschlagene Idee eines Sonderstatus der Ukraine in der EU „hochgefährlich“ sei. Und weiter: Mit einer Mitgliedschaft „holen wir den Krieg und den Konflikt mit Russland nach Europa“. Vad warnte zudem: „Als Militärexperte treibt mich das um: Wir werden, wenn wir so weitermachen, in einem Krieg mit Russland landen.“
Der frühere militärpolitische Berater von Angela Merkel plädierte daher für den Wiederaufbau diplomatischer Beziehungen mit Russland. Im Aktien-Report „Kompass zum Reichtum“ zeigen Golo Thomas Kirchhoff und ich jedoch auf, dass viele Unternehmen und Elite-Investoren nicht an einen glücklichen Ausgang glauben, sondern ihre Portfolios immer stärker auf ein Kriegsszenario ausrichten.
Heute, 17:30