17.10.2019 Fabian Strebin

US-Banken mit fetten Gewinnen: Was machen Deutsche Bank und Commerzbank?

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Berichtssaison in den USA zum dritten Quartal hat begonnen. Traditionell geht es mit den Banken los. Bereits am Dienstag überraschte die größte US-Bank, JPMorgan, mit einem Gewinnplus. DER AKTIONÄR berichtete. Auch Goldman Sachs machte einen Milliardengewinn, der allerdings 27 Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

Gestern Nachmittag schließlich veröffentlichte die Bank of America ihr Zahlenwerk. Aufgrund einer Abschreibung auf ein Joint Venture von zwei Milliarden brach der Gewinn um ein Fünftel auf immer noch stattliche 5,3 Milliarden Dollar ein. Analysten hatten allerdings mit einem noch stärkeren Einbruch gerechnet. Im Tagesgeschäft lief es unerwartet gut, das Volumen der Kredite und Spareinlagen legte zu. Die Aktie stieg.

Die Unterschiede zu Deutscher Bank und Commerzbank könnten nicht größer sein: Die Commerzbank hatte nie den Anspruch, an der Wall Street mitzumischen. Dafür war sie auch immer zu regional aufgestellt. Die Deutsche Bank wollte früher jedoch einen Platz in der ersten Reihe. Mittlerweile erwirtschaften die meisten US-Großbanken in einem Quartal mehr Gewinn, als die Deutsche Bank im ganzen Jahr.


In 2019 wird es wegen dem Umbau des Konzerns einen Verlust geben. Aber insgesamt fällt auf, dass die europäischen Banken weit hinter die Konkurrenz aus den USA zurückgefallen sind. Diese haben ihre Kapitaldecke gestärkt und machen wieder mehr Gewinn als vor der Finanzkrise. Im vergangenen Jahr verdienten die zehn größten US-Häuser gut zweieinhalb mal soviel wie ihre Wettbewerber in Europa

Die Deutsche Bank ist kein Einzelfall: Die Europäischen Banken stehen insgesamt nicht gut da im Vergleich zu den Amerikanern. Doch bei der Deutschen Bank kommen noch selbstgemachte Probleme hinzu. Zwar hat die Bank mittlerweile ihren Anspruch aufgegeben, es mit den Wall-Street-Banken aufzunehmen, doch der Fokus auf Europa und Deutschland könnte sich ebenfalls als fatal herausstellen. Denn Deutschland dürfte sich mittlerweile in der Rezession befinden und für die Eurozone ist im kommenden Jahr ein Abschwung auch nicht mehr auszuschließen.


Die Commerzbank will ebenfalls auf dem hart umkämpften deutschen Markt mehr Geschäfte machen. Durch die Negativzinsen wird das zunehmend erschwert. Zudem hat es die Bank in den letzten Jahren nicht geschafft, trotz steigender Neukundenzahlen mehr Erträge zu generieren.

Deutsche Bank (WKN: 514000)
Commerzbank (WKN: CBK100)