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10.06.2021 Fabian Strebin

Deutsche Bank bildet hohe Rückstellungen: Erträge in Gefahr durch Rückforderungen von Kunden

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Deutsche Bank

Sparer können zu viel gezahlte Kontogebühren zurückverlangen. Das hatte der Bundesgerichtshof im April entschieden. Konkret geht es um höhere Kosten, denen viele Kunden jahrelang nicht widersprochen hatten. Betroffen davon ist auch die Deutsche Bank, die nun für das zweite Quartal Rückstellungen bilden muss. Das Urteil drückt auch auf die Erträge, die Aktie gibt nach.

Der Bundesgerichtshof hatte jüngst entschieden, dass Banken bei Änderungen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Zustimmung ihrer Kunden einholen müssen. Die vorausgesetzte stillschweigende Zustimmung benachteilige Kunden unangemessen. Viele Kunden können nun einen Teil der zu viel gezahlten Gebühren aus der Vergangenheit zurückfordern - laut Stiftung Warentest rückwirkend bis zum 1. Januar 2018.

Milliardenbelastung voraus?

Nach Einschätzung der Finanzaufsicht Bafin könnte das Urteil die Banken in Deutschland teuer zu stehen kommen. Im schlimmsten Fall könnte die Entscheidung Institute geschätzt bis zur Hälfte des Jahresüberschusses kosten, hatte der oberste Bankenaufseher und kommissarische Bafin-Präsident Raimund Röseler im Mai gesagt.

300 Millionen Euro futsch

Die Deutsche Bank rechnet nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Gebührenänderungen bereits in diesem Jahr mit Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe. Die Bank werde wegen der Entscheidung gegen die konzerneigene Postbank im zweiten Quartal voraussichtlich 100 Millionen Euro zurückstellen, sagte Finanzvorstand James von Moltke am Donnerstag bei einer Konferenz der US-Investmentbank Goldman Sachs. Zudem dürften die Erträge des Konzerns infolge des Urteils im zweiten und dritten Quartal um etwa 100 Millionen Euro niedriger ausfallen.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Ausgerechnet jetzt, da nach der Pleite der Greensill Bank in den kommenden Jahren auch höhere Beiträge zur Einlagensicherung fällig werden, muss die Deutsche nun auch für Rückforderungen von Kunden Geld beiseitelegen. Allerdings handelt es sich um ein branchenweites Phänomen, dass fast alle Banken in Deutschland betrifft. Zudem hat der Konzern sich in den letzten Quartalen sehr flexibel gezeigt, was zusätzliche Einsparungen angeht. So dürfte beispielsweise der Bedarf an Bürofläche in den nächsten Jahren sinken, was geringere Kosten bedeuten würde.

Die Aktie musste in den letzten Tagen einen Rücksetzer hinnehmen und ist unter 12,00 Euro gesunken. Allerdings dürfte das für Anleger ein guter Einstiegskurs sein. Denn die Rahmenbedingungen bleiben unter dem Strich mit steigenden Zinsen und einem florierenden Investmentbanking günstig. Investierte bleiben dabei.

Mit Material von dpa-AFX.