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22.09.2020 Nikolas Kessler

Deutsche Bank bereitet sich auf Übernahmewelle vor – und schließt weitere Filialen

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank blickt trotz der Coronakrise zuversichtlich auf den Rest des Jahres. Zudem bereitet sich die Großbank auf eine Übernahmewelle in der Branche und weitere Filialschließungen hierzulande vor. Nach den deutlichen Vortagesverlusten kann sich die Aktie zunächst etwas erholen.

Es gebe ermutigende Zeichen im Privatkundengeschäft und auch im Investmentbanking laufe es weiterhin gut, sagte Finanzchef James von Moltke am Dienstag bei einer Analystenkonferenz. So habe ein Teil der Dynamik im Geschäft der Sparte aus dem zweiten Quartal in den bisherigen Wochen des laufenden Vierteljahresabschnitts angehalten. Die Geschäfte in der Vermögensverwaltung entwickelten sich im Rahmen der Erwartungen des Instituts.

Die Deutsche Bank sei darüber hinaus auf Kurs, ihr Kostenziel in diesem Jahr zu erreichen. Der im vergangenen Jahr angestoßene Umbau habe die Bank gut positioniert, um die derzeitige Krise zu meistern. In einem weiteren Schritt will die Bank nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters nun jede fünfte Filiale in Deutschland schließen.

Auch mit Blick auf die Risikovorsorge läuft es nach Plan: Die entsprechende Prognose für das Gesamtjahr hat der CFO bestätigt. Im laufenden dritten Quartal rechnet er in diesem Bereich mit Aufwendungen von rund 300 Millionen Euro.

Vorbereitungen für Übernahmewelle laufen

Geäußert hat sich von Moltke auch zur langerwarteten Fusions- und Übernahmewelle in der europäischen Bankenbranche, die nun Fahrt aufnehmen könnte. „Bei der Deutschen Bank haben wir uns bisher sehr darauf fokussiert, unsere eigene Strategie umzusetzen und wir glauben, dass wir mit dieser Strategie gut vorbereitet sind, um an Fusionsaktivitäten teilzunehmen, wenn es soweit ist und sich die richtige Gelegenheit ergibt.“

In Spanien verhandeln derzeit Bankia und Caixabank über einen Zusammenschluss. Laut Medienberichten soll auch die Schweizer UBS auf der Suche nach Übernahmezielen in Europa sein. Branchenbeobachter sehen darin den Startschuss für eine Branchenkonsolidierung. Speziell länderübergreifende Übernahmen und Fusionen von Banken gelten aus rechtlichen und regulatorischen Gründen allerdings als sehr komplex.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Nach den optimistischen Aussagen des Finanzvorstands kann sich die Deutsche-Bank-Aktie am Dienstag im freundlichen Gesamtmarkt wieder etwas erholen und die Marke von sieben Euro zurückerobern. Investierte Anleger können daher an Bord bleiben, sollten aber weiterhin den Stopp bei 6,80 Euro im Auge behalten.

Mit Material von dpa-AFX.