Die zaghafte Bodenbildung bei der Deutschen Bank ist bereits wieder abgesagt. Neuerlich stark steigende Energiepreise und kein Ende des Konflikts im Nahen Osten sorgen heute für eine regelrechte Schaukelbörse. Sorgen im Private-Credit-Markt drohen zudem auf Banken überzugreifen.
Statt der Marke von 26,00 Euro steuern die Deutsche-Bank-Papiere nun die von 25,00 Euro an. Der Abwärtstrend ist damit weiterhin voll intakt, Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Das liegt vor allem daran, dass es derzeit nicht nach einem schnellen Ende des Iran-Krieges aussieht. Ein iranischer Angriff auf die Gasanlagen in Katar schürt die Furcht vor einer weiteren Eskalation des Konflikts.
An der Amsterdamer Energiebörse stiegen Terminkontrakte für den Gaspreis um bis zu 35 Prozent. Eine Megawattstunde kostete demnach mehr als 70,00 Euro. Beim Ölpreis für die Sorte Brent sieht es mit 119,00 Dollar ebenfalls nicht besser aus. Für die Konjunktur in Deutschland und Europa zeichnet sich eine Vollbremsung ab. Das würde besonders die Deutsche Bank hart treffen, die stark im Unternehmenskundengeschäft engagiert ist.
Eigentlich sollte in einer derartigen Situation das Handelsgeschäft des Investmentbankings aufdrehen können. Aber wie CEO Christian Sewing anlässlich einer Branchenkonferenz diese Woche sagte, werden in diesem Segment rückläufige Erträge von Januar bis März erwartet. Und die wachsenden Ausfallerscheinungen im Markt für Private Credits, einem Teilsegment des Schattenbankenmarktes, lasten auf Deutschlands Branchenprimus ebenfalls. Denn das Sentiment dort verfinstert sich zusehends.
Die Aktie ist keine laufende Empfehlung mehr, nachdem der Stopp bei 27,00 Euro kürzlich gerissen wurde. In einem Umfeld steigender Energiepreise und in der Folge höherer Inflation dürften sich die Papiere der Deutschen Bank schwertun. Anleger meiden die Aktie vorerst.
Heute, 11:36