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01.07.2020 Thomas Bergmann

Allianz: Hier setzt der Versicherer den Rotstift an

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Allianz

Der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) ist das große Sorgenkind der Allianz Gruppe. Im letzten Geschäftsjahr verursachte die Sparte einen operativen Verlust von 284 Millionen Euro – und wegen der Coronakrise sieht es auch für 2020 nicht gut aus. Der neue Chef Joachim Müller, seit Dezember im Amt, will die AGCS mit einem umfassenden Umbauprogramm namens "New AGCS" aus den roten Zahlen holen und die Marktführerschaft in der Unternehmens- und Spezialversicherung zurückgewinnen.

Die Schaden-Kosten-Quote soll im nächsten Jahr wieder unter 100 Prozent liegen, wenn die Coronakrise der Sparte nicht erneut einen Strich durch die Rechnung mache, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine AGCS-Sprecherin am Mittwoch. Durch die Stellenstreichungen unter den 4.450 Mitarbeitern – angeblich stehen 700 Mitarbeiter zur Disposition –, schlankere Strukturen und effizientere Prozesse ist geplant, bis zum Jahr 2024 rund 200 Millionen Euro einzusparen. Allein die Zahl der Management-Positionen will Müller um ein Fünftel abbauen.

"Wir richten unser Geschäft strategisch und organisatorisch neu aus", sagt der neue AGCS-Chef. "Wir erwarten ab 2021 eine deutliche Profitabilitätsverbesserung unseres versicherungstechnischen Ergebnisses und streben den vollständigen Turnaround und die Transformation unseres Unternehmens bis 2024 an."

Die "neue AGCS" kümmert sich weiterhin um globale Großkunden der Allianz in der Sachversicherung mit mehr als 500 Millionen Euro Umsatz als auch um spezielle Luftfahrt-, Schiffs- und Veranstaltungs-Risiken. Aus manchen Einheiten, die in der Vergangenheit immer wieder rote Zahlen geliefert haben, will man aussteigen. Dazu zählt unter anderem "das Agribusiness in den USA oder MidCorp in Kanada".

Allianz (WKN: 840400)

Die Allianz hat mit der AGCS eine große Baustelle zu bewältigen. Dies eröffnet aber auch Kurschancen, sollte hier der Turnaround gelingen. Mehr dazu im neuen AKTIONÄR.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Allianz.