17.03.2014 Thomas Bergmann

DAX-Check: Krim stimmt für Russland - raus aus deutschen Aktien?

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Trendthema

Die Menschen auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim haben sich für einen Beitritt Russlands entschieden. Das Referendum am Wochenende brachte eine Zustimmungsquote von 95,5 Prozent zu Tage. Die westlichen Nationen haben Russland bereits mit Sanktionen gedroht. Damit droht aber auch neues Unheil für den DAX.

"Anfällig für Rückschläge"

Im Schatten der Krim-Krise könnte der DAX in der neuen Woche weiter an Boden verlieren. "Der Leitindex bleibt anfällig für Rückschläge", sagte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG. Die Nervosität an den Märkten bleibe immens hoch, zumal politische Entwicklungen wie der aktuelle Konflikt zwischen Russland und der Ukraine kaum vorhersehbar seien. Positiv erwartete Konjunkturdaten könnten dadurch in den Hintergrund treten.

Laut Henke spielt der Ausgang des Referendums über eine Abspaltung der ukrainischen Halbinsel an den Märkten allerdings kaum eine Rolle, da das Ergebnis vorher schon feststand. Entscheidend für die weitere Richtung des Dax sei vielmehr die Frage, mit welchen Sanktionen oder Restriktionen die westlichen Staaten auf die Abstimmung reagieren werden. Die Europäische Union (EU) und die Vereinigten Staaten hatten am Sonntag nochmals betont, das Ergebnis der Abstimmung nicht anerkennen zu wollen. An diesem Montag wollen die EU-Außenminister Sanktionen gegen Russland beschließen. Auch die US-Regierung will schnell über weitere Maßnahmen entscheiden.

Sorgen in Deutschland

Die deutsche Wirtschaft sorgt sich indes vor Sanktionen des Westens und möglichen Enteignungen Russlands. Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank und Banken-Präsident, warnte: "Eine Neuauflage des Kalten Krieges sollten wir unter allen Umständen vermeiden." Bei Sanktionen bestehe die Gefahr, dass Russland sich noch weiter vom Westen distanziere, sagte Fitschen der "Zeit". "Das wäre weder für Deutschland noch für Europa gut, politisch wie wirtschaftlich." Russland steht auf Platz elf der deutschen Handelspartner.

Laut den Analysten von Raiffeisen Research versteht es sich von selbst, dass russische Gegensanktionen sehr wahrscheinlich seien, wenn die westliche Welt tatsächlich eine härtere Gangart gegenüber Moskau einlegen sollte. Scharfe wirtschaftliche Spannungen zwischen Russland und der EU könnten den Handel stark beeinträchtigen.

Stopp beachten

Nach dem Bruch des seit Herbst 2011 gültigen primären Aufwärtstrends sollte die Unterstützung bei 9.000 Zählern unbedingt verteidigt werden. Andernfalls könnte es sehr schnell in Richtung 200-Tage-Linie gehen, die bei 8.820 Zählern verläuft. Wer im DAX Turbo-Long der DZ Bank mit der WKN DZP 26T investiert ist, sollte auf jeden Fall den empfohlenen Stoppkurs im Auge behalten.

(Mit Material von dpa -AFX)

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