01.04.2020 Marion Schlegel

Adidas: Wegen Corona-Krise – Aktienrückkauf-Programm gestoppt

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Adidas

Der Sportartikelhersteller Adidas stoppt angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sein laufendes Aktienrückkauf-Programm. Damit solle die finanzielle Flexibilität des Unternehmens im derzeitigen Umfeld erhalten werden, teilte der DAX-Konzern am Dienstag in Herzogenaurach mit. Adidas hatte bereits Mitte März die diesjährige Tranche des Programms vorübergehend ausgesetzt – unmittelbar nach Beginn der Einzelhandelsschließungen in Europa und Nordamerika. Nun habe der Vorstand beschlossen, den Rückkauf für den Rest des Jahres formell zu stoppen. Insgesamt wollte Adidas in diesem Jahr für bis zu einer Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen.

Weiter teilte Adidas mit, dass das Unternehmen mit den lokalen Betriebsräten in Deutschland für die Mitarbeiter im Einzelhandel und an den Standorten in Scheinfeld und Uffenheim eine Reduzierung der Arbeitszeit vereinbart habe. Die Vereinbarung sehe unter anderem bezahlten Urlaub, den Abbau von Überstunden und auch Kurzarbeit ab dem 1. April vor. Für weitere Standorte und Berufsgruppen befinde sich der Konzern mit den zuständigen Betriebsräten im Austausch. Betroffen von der Kurzarbeit seien aktuell rund 1.200 Mitarbeiter.

Adidas (WKN: A1EWWW)

Der Sportartikelhersteller Adidas kämpft derweil um sein gutes Image. Im Streit um ausgesetzte Mietzahlungen will der Konzern nun zumindest privaten Vermietern seiner Läden unverändert die Miete zahlen. Im Netz gab es zuvor bereits Boykottaufrufe gegen Adidas. Die Aktie beruhigte sich daraufhin am Dienstag zunächst etwas, musste aber im schwachen Gesamtmarkt wieder Federn lassen. Auch am heutigen Mittwoch startet das Papier mit einem deutlichen Minus.

Derzeit kämpft die Aktie von Adidas nun wieder mit der psychologisch wichtigen 200-Euro-Marke. Sobald sich die Lage in der Corona-Krise spürbar verbessert, sollte der Titel wieder zur Outperformance ansetzen. Anleger sollten die Aktie von Adidas deswegen unbedingt im Auge behalten.

(Mit Material von dpa-AFX)