31.03.2020 Andreas Deutsch

Zalando: Schock bleibt aus

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Zalando

Nach einem Kursverlust von gut drei Prozent im frühen Handel hat die Aktie von Zalando am Dienstag wieder ins Plus gedreht. Am Nachmittag gewinnt der Titel des Online-Modehändlers knapp fünf Prozent. Dabei hatte Zalando am Montagabend wegen der Coronakrise die Prognose für das laufende Jahr gekappt.

Rückenwind erhält die Zalando-Aktie von mehreren Kaufempfehlungen. „Zalando ist gut gerüstet, um stark aus dieser Krise hervorzugehen“, so Andrew Ross von der Barclays Bank. Dafür sprächen das robuste Warenhaussystem, diverse Lieferketten, eine Milliarde Euro Netto-Barmittel sowie das in Fahrt kommende Partnerprogramm Marketplace.

Neben Barclays bestätigten noch Hauck & Aufhäuser, Pareto Securities und Bryan Garnier ihre Buy-Ratings. Am meisten Potenzial sieht Warburg Research mit Kursziel 55 Euro. Zwar sei Zalando gegen die negativen Effekte der Corona-Pandemie nicht immun. „Der Online-Sektor dürfte aber generell von der Krise profitieren und Zalando gestärkt daraus hervorgehen.“

Zalando erwartet wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie ein deutlich schlechteres erstes Quartal als erwartet. Zudem geht der Konzern nicht davon aus, die Prognose für das laufende Jahr zu erreichen.

Eine neue Prognose gab es noch nicht – diese werde veröffentlicht, sobald der weitere Verlauf der Corona-Pandemie verlässlicher abgeschätzt werden könne. Bislang war der Modehändler von einem Umsatzplus von 15 bis 20 Prozent für 2020 ausgegangen. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sollte bei 225 bis 275 Millionen Euro liegen.

Zalando (WKN: ZAL111)

DER AKTIONÄR schließt sich der Meinung der Analysten an: Zalando mag kurzfristig leiden, weil den Kunden derzeit in der Isolation einfach nicht der Sinn nach Mode steht. Mittel- bis langfristig wird die aktuelle Lage den E-Commerce weiter befeuern. Viele Modeläden werden große Probleme bekommen, zumal sie bei der zu erwartenden Rabattschlacht Zalando nicht viel entgegensetzen können. Die Aktie bleibt ein Kauf.  

(Mit Material von dpa-AFX)