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27.02.2019 Nikolas Kessler

Wirecard-Konkurrent Adyen: 84 Prozent mehr Gewinn – und trotzdem nicht genug

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Adyen

Adyen hat am Mittwochmorgen zum ersten Mal als börsennotiertes Unternehmen eine Jahresbilanz vorgelegt. Dabei hat der niederländische Zahlungsabwickler eine regelrechte Gewinnexplosion verkündet und die ohnehin schon hohen Erwartungen der Analysten noch einmal übertroffen. Die anfänglichen Kursgewinne sind bis zum Mittag aber trotzdem abgeschmolzen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz um 60 Prozent auf 349 Millionen Euro gestiegen. Beim operativen Gewinn (bereinigtes EBITDA) steht sogar ein Plus von 83 Prozent auf 182 Millionen Euro zu Buche. Die Analystenschätzungen von 335 Millionen Euro Umsatz und 158 Millionen Euro EBITDA waren zwar ambitioniert, konnten aber trotzdem übertroffen werden. Unter dem Strich steht ein Nettogewinn von 131,1 Millionen Euro (plus 84 Prozent).

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Quelle: Unternehmen

Profitiert hat Adyen dabei vor allem von sprudelnden Einnahmen bei großen Bestandskunden, zu denen unter anderem Netflix und Spotify zählen. Zudem meldet das Unternehmen Fortschritte bei der Gewinnung mittelgroßer Kunden und bei der globalen Expansion. So hat Adyen seine End-to-End-Payment-Plattform im vergangenen Jahr auch in Kanada, Singapur, Hongkong, Australien und Neuseeland an den Start gebracht.

Auf diesem Weg konnte das Volumen der abgewickelten Zahlungen im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 159 Milliarden Euro gesteigert werden.

Prognose bleibt unverändert

Im Rahmen der Jahresbilanz hat das Management den beim Börsengang ausgegebene Ausblick bestätigt. Demnach soll der Umsatz mittelfristig etwa um ein Viertel bis ein Drittel pro Jahr wachsen. Bei der EBITDA-Marge wird langfristig ein Anstieg über die Marke von 55 Prozent angestrebt (2018: 52 Prozent). Angesichts der jüngst vorgelegten Zahlen erscheinen diese Ziele jedoch nicht mehr besonders ambitioniert.

Trotz Gewinnexplosion – Aktie rutscht ins Minus

Nach den beeindruckenden Zahlen ist die Adyen-Aktie am Morgen zunächst um über fünf Prozent nach oben gesprungen und hat dabei zeitweise die 700-Euro-Marke zurückerobert. Im Laufe des Vormittags sind die Gewinne jedoch wieder abgebröckelt. Wegen hoher Erwartungen und einer äußerst ambitionierten Bewertung mit einem 2019er-KGV von 128 hatte DER AKTIONÄR bereits im Vorfeld vor möglichen Rückschlägen gewarnt. Mutige Trader können aber mit nachgezogenem Stopp bei 600,00 Euro auf eine baldige Fortsetzung der Rekordjagd spekulieren.  

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