Hier wird Geschichte geschrieben. Nicht verpassen!
11.12.2019 Nikolas Kessler

Wirecard: Die Shortseller rüsten auf

-%
Wirecard

Die Wirecard-Aktie hat ihren Tagesverlust am Mittwochnachmittag auf bis zu 5,6 Prozent ausgebaut. Die steigende Aktivität auf der Short-Seite sorgt offenbar für kräftige Verunsicherung unter den Aktionären.

Nachdem sich der britische Hedgefonds TCI von Chris Hohn am Dienstag mit einer neuen Short-Wette auf die Wirecard-Aktie positioniert hatte, wurde die Leerverkaufsposition inzwischen von 0,54 Prozent auf 0,67 Prozent aufgestockt. Das geht aus einem Eintrag im Bundesanzeiger hervor, wo Netto-Leerverkaufspositionen oberhalb der Offenlegungsschwelle von 0,5 Prozent veröffentlicht werden müssen.

Zu TCI hat sich am gestrigen Dienstag auch noch die britische Investmentfirma Greenvale Capital gesellt. Sie besitzt laut Bundesanzeiger nun ebenfalls eine Netto-Leerverkaufsposition von 0,54 Prozent. Die beiden Hedgefonds Slate Path Capital und Marshall Wace, die bereits seit Monaten auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie setzten, hielten unverändert an ihre Short-Positionen fest.

Bundesanzeiger

Eine Wirecard-Sprecherin bestätigte gegenüber dem Handelsblatt „vermehrte Aktivitäten“. Ins Visier von Shortsellern ist der Zahlungsabwickler in den letzten Jahren aber immer wieder geraten. Seit den Bilanzvorwürfen der Financial Times von Ende Januar gehörte die Aktie wiederholt zu den am stärksten leerverkauften Aktien im DAX (DER AKTIONÄR berichtete).

Wirecard (WKN: 747206)

Kurs nähert sich entscheidender Marke

Nach weiteren Fragen zur Bilanzierung, der steigenden Short-Aktivitäten und einem FT-Bericht, wonach Detektive auf Wirecard-Kritiker und Investoren angesetzt worden seien, hat die Aktie seit Wochenbeginn im Tief rund elf Prozent an Wert verloren und nähert sich damit nun wieder der 100-Euro-Marke an.

Ihr kommt nach Einschätzung von Händlern besondere Bedeutung zu, da Anleger in diesem Bereich vermehrt Stop-Loss-Kurse platziert haben dürften, die vor einem erneuten Rückfall in Richtung des Jahrestiefs bei 86 Euro schützen sollen. Ein Rückfall unter 100 Euro droht den Verkaufsdruck also zusätzlich zu erhöhen.

Mit Material von dpa-AFX.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

Buchtipp: Die Geschichte der Spekulationsblasen

Eigentlich sind wir alle ziemlich schlau. Nur das mit dem Geld klappt nicht so recht … und manchmal geht es sogar richtig schief. Doch warum nur? Mit „Die Geschichte der Spekulationsblasen“ macht sich John Kenneth Galbraith, einer der ganz großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, auf die Suche nach der Antwort. Und er sucht an den richtigen Stellen – den Finanz­katas­trophen der letzten vier Jahrhunderte: der Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts, der Südseeblase im 18. Jahrhundert, den Hochrisiko-Anleihen im 20. Jahrhundert. Mit Geist und Witz erklärt Gal­braith die psychologischen Mechanismen hinter diesen Blasen … damit der Leser sie durchschaut und sich dagegen wappnen kann. Dieses Meisterwerk zum Thema Finanzpsychologie war vergriffen und wird nun im Börsenbuchverlag wieder aufgelegt.

Autoren: Galbraith, John Kenneth
Seitenanzahl: 128
Erscheinungstermin: 19.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-677-6