02.01.2019 Nikolas Kessler

Wirecard: Auch alleine stark genug

-%
Wirecard
Trendthema

Spekulationen über eine mögliche Übernahme haben der Aktie von Wirecard zum Jahresausklang 2018 Rückenwind verliehen. Auch wenn sich Vorstandschef Markus Braun inzwischen zurückhaltend zu dem Thema geäußert hat, gehört der DAX-Gewinner des Vorjahres auch am ersten Handelstag 2019 zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex.

„Wir glauben, dass wir uns eigenständig sehr gut entwickeln“, sagte Braun im Interview mit der Börsen-Zeitung auf die Frage, ob Wirecard Gefahr läuft, Ziel einer feindlichen Übernahme zu werden. Der CEO räumt aber auch ein: „Rein analytisch ist das nie auszuschließen, wenn ein Unternehmen an der Börse mit einem hohen Streubesitz notiert ist.“

Aktuell befinden sich gut 93 Prozent der Wirecard-Anteile im Streubesitz, größter Einzelaktionär ist Vorstandschef Braun selbst. Über seine Beteiligungsgesellschaft hält er rund sieben Prozent der Aktien. Daran soll sich zunächst auch nichts ändern – zumindest ist man derzeit nicht auf der Suche nach einem Ankerinvestor. „Zunächst bin ich selbst so etwas wie ein Ankeraktionär“, so Braun. „Ich glaube aber an starke Technologien, an eine starke Strategie und an eine starke Wachstumsgeschichte. Das immunisiert uns. Alles andere sind Spekulationen.“

Übernahmefantasie sorgt für Gewinne

Kurz nach Weihnachten hatte der ehemalige Wirecard-Aufsichtsratschef Klaus Rehnig für Aufsehen gesorgt. „Ich rechne damit, dass bald ein internationaler Konzern kommen wird und Wirecard kaufen will“, hatte er dem Handelsblatt gesagt. Zwar grassiert in der Payment-Branche seit längerem das Übernahmefieber, die Aussagen des Ex-Chefkontrolleurs und der von ihm erwartete Übernahmeaufschlag von bis zu 50 Prozent haben die Fantasie der Anleger aber dennoch beflügelt.  

Aktie auf der Watchlist

Nachdem der DAX-Aufsteiger das vergangene Jahr mit einem Plus von 42,7 Prozent als Top-Gewinner im Leitindex beendet hat, geht es auch zu Beginn des neuen Jahres um fast zwei Prozent bergauf. Trader sollten vor dem Wiedereinstieg allerdings den Sprung über die 200-Tage-Linie und das damit verbundene Kaufsignal abwarten.