Nach der jüngsten Talfahrt hat die technologielastige US-Börse Nasdaq am Montag einen Erholungsversuch gestartet. Der Nasdaq-Auswahlindex 100 legte um 1,17 Prozent auf 29.529,34 Zähler zu. Am Freitag hatte er gemessen an seinem vor knapp zwei Wochen erreichten Rekordhoch 7 Prozent eingebüßt.
Der Dow Jones Industrial, der in letzter Zeit leicht gestiegen war, gab zum Wochenstart um 0,07 Prozent auf 51.966,03 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,41 Prozent auf 7.690,73 Zähler.
"Anleger greifen nach dem Ausverkauf wieder zu", kommentierte Marktanalyst Maximilian Wienke vom Broker Etoro die Gewinne der Techbranche. "Die Erholung bleibt jedoch anfällig", da Anleger hinterfragten, ob die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur ausreichend Rendite brächten.
Die Hoffnung liegt nun auf Schwergewichten wie Tesla, Meta und dem erst seit vier Monaten an der Börse gehandelten Weltraum- und KI-Konzern SpaceX. Überzeugten diese mit starken Margen und Ausblicken, könnten die Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen abnehmen, glaubt Etoro-Analyst Wienke. "Enttäuschungen könnten dagegen die Sorgen über die Finanzierung der KI-Infrastruktur verstärken und den Druck auf den gesamten Technologiesektor erhöhen."
Besonders deutlich zeigten sich zum Wochenstart die zuletzt von Gewinnmitnahmen besonders gebeutelten Halbleiteraktien erholt: Sandisk gewannen 5,9 Prozent, Marvell und Western Digital.
Amazon sprangen um knapp 5 Prozent hoch und waren damit Spitzenwert im Dow. Die Analysten von Morgan Stanley erklärten die Aktie zum "Top Pick" und sehen noch rund 40 Prozent Aufwärtspotenzial.
Der Erholungsversuch von CoreWeave war nur von kurzer Dauer. Die frisch ausgesprochene Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs half nicht. Nach anfänglichen Kursgewinnen zeigte sich die Aktie zuletzt mit minus 1,8 Prozent schwach, hielt sich aber immer noch über ihrem am vergangenen Donnerstag erreichten Tief aus dem Monat Mai 2025. Der Anteilschein des Anbieters von KI-Cloud-Computing-Diensten war zuletzt wegen Sorgen über einen möglichen Finanzbedarf unter Druck geraten.
Um knapp 126 Prozent sprang der US-Aktienhinterlegungsschein (ADS) von Silence Therapeutics auf 19,60 Dollar hoch. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA übernimmt den britischen Spezialpharmahersteller für 20 Dollar je ADS. Damit wird Silence Therapeutics insgesamt mit 1,1 Milliarden Dollar (980 Mio Euro) bewertet.
Beim Stahlkonzern Cleveland-Cliffs sorgte ein überraschend gutes bereinigtes operatives Quartalsergebnis (Ebitda) für einen Kurssprung von 15 Prozent.
Enthält Material von dpa-AFX
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