Das U.S. Bureau of Labor Statistics hat heute die US-Erzeugerpreise für August veröffentlicht. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,4 Prozent und trafen damit exakt den Konsens. Der Juli-Wert wurde von 0,0 auf plus 0,1 Prozent nach oben revidiert. Die Jahresrate sprang von 4,8 auf 5,4 Prozent und lag über der Erwartung von 5,3 Prozent. Am Anleihemarkt zogen die Renditen daraufhin weiter an.
- Erzeugerpreise im August plus 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, punktgenau im Rahmen des Konsenses; der Juli-Wert wurde von 0,0 auf plus 0,1 Prozent revidiert.
- Die Jahresrate klettert von 4,8 auf 5,4 Prozent und liegt über der Erwartung von 5,3 Prozent – Haupttreiber ist die Energie.
- Die Kernrate ohne Nahrung, Energie und Handel legt um 0,3 Prozent zu nach 0,4 Prozent im Juli; im Jahresvergleich verharrt sie bei 4,7 Prozent.
Getragen wurde der Anstieg von den Warenpreisen: plus 1,1 Prozent nach zwei Rückgängen in Folge. Mehr als drei Viertel davon entfallen auf Energie mit plus 4,2 Prozent, allein Dieselkraftstoff verteuerte sich um 24,1 Prozent. Nahrungsmittel stiegen um 0,1 Prozent, Waren ohne Nahrung und Energie um 0,4 Prozent. Die Dienstleistungen kamen nur um 0,1 Prozent voran, getragen von Transport und Lagerung mit plus 2,3 Prozent, während die Handelsspannen um 0,2 Prozent nachgaben.
Die Kernrate ohne Nahrung, Energie und Handel stieg um 0,3 Prozent nach 0,4 Prozent im Juli und verharrte im Jahresvergleich bei 4,7 Prozent. Haupttreiber ist die Logistik, nicht die Fabrik. Deutlich höher ist der Druck auf der Vorleistungsstufe: Verarbeitete Güter liegen 11,5 Prozent über Vorjahr, unverarbeitete 12,8 Prozent. Was hier passiert, kommt mit zwei bis drei Quartalen Versatz in den Gewinn- und Verlustrechnungen an.
Darum sind die Erzeugerpreise für die Kursentwicklung wichtig
Der Verbraucherpreisindex misst, was der Kunde zahlt; die Erzeugerpreise messen, was das Unternehmen einnimmt – und was es an Kosten weiterreichen muss. Für Anleger heißt das: Der Verbraucherpreisindex entscheidet über den Zinspfad, die Erzeugerpreise über die Marge. Hinzu kommt ein direkter Kanal in die Geldpolitik, denn Teile des Kern-Erzeugerpreisindex fließen in den Kern-PCE, den bevorzugten Inflationsmesser der Fed. Eine Jahresrate von 5,4 Prozent bei einer Kernrate von 4,7 Prozent trifft Zykliker ohne Preissetzungsmacht am härtesten.
Der Jahresverlauf ist ein Wechselbad: plus 1,1 Prozent im April, minus 0,1 Prozent im Juni, die Jahresrate von 5,9 Prozent im Mai auf 4,8 Prozent im Juli – und nun wieder nach oben. Der Grund ist in beide Richtungen derselbe: der Ölpreis. Der Sprung beim Diesel zeigt, dass die Rechnung diesmal über die Transportkosten in die Breite geht.
Die Schlagzeile liest sich harmloser, als die Zahl ist. Die Monatsrate traf den Konsens, doch die Jahresrate sprang binnen eines Monats um 0,6 Prozentpunkte, und die Revision des Juli-Werts zeigt in dieselbe Richtung. Beruhigend: Die Kernrate läuft mit 4,7 Prozent seitwärts, der Schub kommt aus Energie und Fracht. Beunruhigend: Die Vorleistungsstufe läuft mit zweistelligen Jahresraten – dort liegt der Kostendruck, der die Margen im Q3 und im Q4 formt.
Vorbörslich bleibt der Future auf den Dow Jones fast unverändert. Der S&P 500 büßt rund 0,5 Prozent ein, der Future auf den Nasdaq 100 fällt um 1,2 Prozent. WTI notiert weiter über 100 Dollar, die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe zieht leicht auf 4,91 Prozent an.
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