26.10.2018 Jochen Kauper

VW: „Kopie des Tesla-Ansatz“ – Batterieproduktion mit SK Innovation?

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Volkswagen
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VW will einem Bericht zufolge die Batteriezellen für seine Elektroautos selbst herstellen. Endlich! Continental und Bosch hatten zuletzt abgewunken. Zu risikoreich, hieß es von Conti. Fakt ist aber, dass die Batterie derzeit 40 Prozent des Werts eines Elektroautos wiederspiegelt.

Aus VW-Kreisen verlautete, man habe immer gesagt, dass Partnerschaften vorstellbar seien, um sich schnell Kompetenzen anzueignen. Einem Bericht zu Folge, wolle VW die Batterieproduktion in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Autozulieferer SK Innovation hochziehen.

Deal mit SK Innovation?
Die Strategie von VW, im Joint Venture mit SK Innovation in eine Zellproduktion zu investieren, ist sinnvoll. Im Prinzip ist das die Kopie des Tesla-Ansatzes, die gemeinsam mit Panasonic die Gigafactory gebaut haben. Das Joint Venture nutzt dabei das große Knowhow der Zellfertigung von SK Innovation und sichert sich auf der anderen Seite durch die Investition beziehungsweise das Joint Venture die Versorgung“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut.

Goße Marktmacht

Volkswagen teilte mit, man kommentiere Spekulationen über eine eigene Fertigung von Batteriezellen nicht. Konzernchef Herbert Diess hatte kürzlich gewarnt, dass die E-Strategie teurer werden könnte als zunächst gedacht. Daher müsse die Effizienz gesteigert werden: "Wir brauchen höhere Gewinne, um unsere Zukunft finanzieren zu können."
Fakt ist: Die enorme Marktmacht asiatischer Anbieter von Batteriezellen ist eine schwere Belastung für die deutschen Autobauer.

Eine eigene Zellproduktion ist deshalb essentiell. Die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern wie LG Chem, Samsung SDI oder CATL ist erdrückend. Das bekam zuletzt die VW-Tochter Audi zu spüren, als LG Chem die Batteriezellen für den Elektroflitzer e-tron zurückstellte. Volkswagen hatte angekündigt, bis 2025 bis zu drei Millionen E-Autos pro Jahr bauen und 80 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen zu wollen.

Alles eingepreist?
Das Schlimmste könnte in den Kursen der Autobauer aber eingepreist sein. Die Gewinnwarnung von Daimler konnte die Anleger nicht mehr wirklich schocken. Die Aktie tauchte kurzzeitig zwar um fünf Prozent ab. Erholte sich aber im Verlauf wieder.

Auch die VW-Aktie reagierte am Donnerstag sehr positiv auf die Spekulationen über eine eigene Batteriefertigung. Ein Kaufsignal ergibt sich aber erst wieder, wenn die VW-aktie die 90-Tage-Linie bei 144,60 Euro knackt. Abwarten.