Die nächste schlechte Nachricht für die Anteilseigner von Vonovia: Geringere Mietsteigerungen, höhere Finanzierungskosten und ein schwächeres Verkaufsgeschäft belasten den DAX-Konzern so stark, dass er die Gesamtjahresprognose senkte. Das EBITDA soll nun in der unteren Hälfte der anvisierten Spanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro landen.
Der bereinigte Vorsteuergewinn dürfte nahe dem unteren Ende der Bandbreite von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro liegen. Für das bereinigte Periodenergebnis erwartet der Konzern hingegen einen Wert in der oberen Hälfte seiner Zielspanne von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro. Der Operating Free Cashflow (OFCF), wichtig für die Dividende, dürfte moderat unter dem Vorjahr liegen.
Von Januar bis September stieg das bereinigte EBITDA leicht auf 2,19 Milliarden Euro, nach 2,12 Milliarden im Vorjahr. Der bereinigte Vorsteuergewinn fiel von 1,46 auf 1,41 Milliarden Euro, das Aktionärsergebnis von 1,20 auf 1,12 Milliarden Euro. Höhere Finanzierungskosten neutralisierten laut Vonovia einen Teil des operativen Zuwachses. Die Prognose für das organische Mietwachstum 2026 wurde von rund vier auf 3,8 Prozent reduziert.
2027 soll das EBITDA leicht über dem 2026er Wert liegen, der Vorsteuergewinn etwa stabil bleiben. Für 2028 erwartet Vonovia das EBITDA am unteren Rand der Spanne von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn auf dem Niveau von 2027. Höhere Zinsen, weniger Verkäufe und ein langsamerer Mietanstieg belasten den Ausblick. Das bisherige Ziel von rund fünf Prozent Mietwachstum 2028 dürfte der Konzern verfehlen.
Vonovia überprüft seine Entwicklungsprojekte und will weniger in Immobilien investieren, die für den eigenen Bestand gebaut werden. Bei der Kapitalverwendung sollen künftig strengere Maßstäbe gelten. Vorrang haben der Schutz der Liquidität, eine solide Bilanz und der Schuldenabbau.
Die Aktie von Vonovia gab nach Bekanntgabe der neuen Prognosespanne erneut etwas nach. DER AKTIONÄR rät weiterhin davon ab, beim DAX-Titel zuzugreifen. Stattdessen sollte von der Seitenlinie aus abgewartet werden, bis eine nachhaltige Bodenbildung beziehungsweise eine Trendwende der gebeutelten Aktie gelingt.
Heute, 06:42
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