Nächste Runde im Berliner Immobilienstreit. Vonovia hält die Berliner Pläne zur Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne für verfassungswidrig. Die klare Ansage macht eine Klage im Ernstfall wahrscheinlich. Gibt das der angeschlagenen Aktie nun endlich neuen Rückenwind?
- Vonovia hält die Vergesellschaftungspläne für verfassungswidrig.
- Bei einer Umsetzung dürfte der Konzern somit juristisch dagegen vorgehen.
- Politische Unsicherheit und hohe Zinsen bleiben dennoch bestehen.
Vonovia stellt sich öffentlich gegen die Vergesellschaftungspläne von Linken, Grünen und SPD in Berlin. Das Sondierungsergebnis ändere nichts an der Haltung des Wohnungskonzerns. Das Vorhaben sei in der geplanten Form verfassungswidrig und werde einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten.
Vonovia macht mit den Aussagen deutlich, dass es sich aller Voraussicht nach gegen eine Umsetzung voraussichtlich auch juristisch wehren würde – sofern eine Koalition zustande kommt und an den Plänen festhält.
Um den Wohnungsmangel zu überwinden, seien erhebliche private Investitionen nötig. Dafür brauche es Verlässlichkeit, Rechtssicherheit und ein stabiles Investitionsumfeld. Vonovia verweist zudem auf die ohnehin moderaten Preise des eigenen Berlin-Bestandes. Dort liege der durchschnittliche Mietpreis bei 8,26 Euro je Quadratmeter. Zudem seien derzeit rund 1.000 Neubauwohnungen im Bau.
Auch JPMorgan äußerte sich zu den politischen Risiken. Die US-Bank beließ ihre Einstufung für Vonovia auf „Overweight“ und das Kursziel bei 26 Euro. Analyst Neil Green zufolge lenkt die mögliche Koalition den Blick erneut auf die Bundesregierung, die gesetzlich gegen das Vorhaben vorgehen wolle.
Die moderate Kursreaktion könne darauf hindeuten, dass der Markt mit einem Eingreifen des Bundes rechne oder die möglichen Folgen angesichts des schwierigen Zinsumfelds als zweitrangig einstufe.
Die Pläne des Linksbündnisses sind in der Tat rechtlich umstritten. Dass Vonovia sie nun öffentlich klar infrage stellt, spricht dafür, dass der Konzern im Ernstfall klagen würde. Das allein reicht für einen Wiedereinstieg jedoch nicht aus: Die politische Unsicherheit bleibt bestehen, und auch das Zinsumfeld belastet unverändert. Anleger setzen daher weiter auf andere Aktien.
Heute, 07:29
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