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Vonovia: Kritik an Millionen-Abgang – doch das ist entscheidend

Vonovia: Kritik an Millionen-Abgang – doch das ist entscheidend
Foto: Snowfield Photography/picture alliance/dpa
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Michael Herrmann 25.03.2026, 10:56 Michael Herrmann

Der Immobilienriese Vonovia steht erneut in der Kritik. Auslöser ist das üppige Abfindungspaket für den ehemaligen Vorstandschef Rolf Buch. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) schießt scharf gegen die Zahlungen. Die Konstruktion verstoße sogar gegen Empfehlungen des Corporate-Governance-Kodex.

Vonovia hat Details zum Abschied von Langzeit-CEO Rolf Buch offengelegt – und die haben es in sich. Insgesamt könnte sich das Paket auf mehr als 15 Millionen Euro summieren. Neben einer klassischen Abfindung, die sich mutmaßlich auf rund 5,8 Millionen Euro beläuft, erhält Buch eine Karenzentschädigung in Höhe von 3,3 Millionen Euro. Hinzu kommen virtuelle Aktien, deren Wert aktuell bei etwa 4,6 Millionen Euro liegt und bei steigenden Kursen deutlich höher ausfallen könnte.

Vor allem die Zahlungen für das Wettbewerbsverbot stoßen auf Kritik. Die DSW spricht von einer „sehr generösen“ Regelung und bemängeln zudem die mangelnde Transparenz im Vergütungsbericht. Sie stuft die Zahlungen als „schwer vermittelbar“ ein.

Besonders brisant sei, dass die Konstruktion sogar gegen Empfehlungen des Corporate-Governance-Kodex verstoße. Dass ausgerechnet Aufsichtsratschefin Clara Streit, die eine zentrale Rolle bei diesen Regeln spielt, an der Ausgestaltung beteiligt gewesen sein dürfte, verleiht der Debatte zusätzliche Schärfe.

Die Kritik ist durchaus nachvollziehbar, dürfte für den weiteren Kursverlauf der Aktie jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielen. Andere Faktoren wiegen deutlich schwerer.

Im Mittelpunkt steht derzeit einmal mehr die Zinsperspektive – und hier hat sich das Umfeld zuletzt spürbar verschlechtert. Der Iran-Konflikt sorgt für neue Unsicherheit an den Märkten und hat die Erwartungen an bald sinkende Zinsen gedämpft. Stattdessen ziehen die Kapitalmarktrenditen wieder an, was insbesondere Immobilienwerte unter Druck setzt. Selbst Zinserhöhungen stehen wieder im Raum.

Für hochverschuldete Konzerne wie Vonovia ist das ein kritischer Punkt. Die Hoffnung auf sinkende Finanzierungskosten war zuletzt ein zentraler Kurstreiber. Wenn sich diese Perspektive eintrübt, fehlt der Aktie ein wesentlicher Impuls.

Vonovia (WKN: A1ML7J)

Die Kritik am millionenschweren Abgang von Rolf Buch ist für die Aktie nur ein kleines Störfeuer. Entscheidend sind die Zinsperspektiven – und die haben sich durch den Iran-Krieg deutlich eingetrübt. Anleger machen daher vorerst einen Bogen um die Vonovia-Aktie.

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