Der schwedische Autobauer Volvo Cars kämpft mit dem harten Umfeld in der Branche. Im vergangenen Jahr sackten Verkäufe und Umsatz spürbar ab, unter dem Strich rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen. Kaum besser erging es Stellantis. Der neue CEO Antonio Filosa führt jetzt einen Resett durch. Heißt: In Zukunft wieder mehr auf Verbrenner-Modelle in bestimmten Regionen zu setzen. Stellantis steht vor einem tiefgreifenden strategischen und finanziellen Anpassungsprozess.
Volkswagen als Massenhersteller hat ebenfalls zu kämpfen. Rückläufige Umsätze in China, schwieriges Marktumfeld in den USA. „Donald Trump wird nicht spurlos an unseren Autobauern vorbei gehen.“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber DER AKTIONÄR.
Ergebnis: Die UBS hat vor kurzem das Kursziel für die Aktie von Volkswagen von 92 auf 90 Euro gesenkt. Jefferies nahm das Kursziel von 140 auf 130 Euro zurück. Analyst Philippe Houchois überarbeitete in seinem am Dienstag vorliegenden Ausblick vor den Gesprächen zur Quartalsentwicklung (Pre-close calls) vor der Schweigeperiode in der Autobranche seine Schätzungen. Zwar dürften die Auswirkungen des Iran-Kriegs im ersten Quartal noch zu vernachlässigen sein, doch das Risiko habe sich auf spätere Zeiträume verlagert. Dabei erinnerte der Analyst daran, dass die meisten Autobauer zuvor im ersten Quartal den Tiefpunkt des Jahres gesehen hatten. Zu VW schrieb er, dass er - getrieben vom Absatz in Europa - mit einem soliden Jahresstart rechne, wobei der Anteil der Elektrofahrzeuge die schwachen Retail-Umsätze in Nordamerika teilweise ausgeglichen haben dürfte.
Volkswagen muss Gas geben und mit innovativen Modellen punkten. Allen voran in China. Im wichtigsten Automarkt der Welt sind die Verkaufszahlen von VW seit Jahren im freien Fall. Die Milliardengewinne, die Volkswagen in schöner Regelmäßigkeit in China erwirtschaftet hat, passe.
Die neuen Modelle der ID.Unyx-Reihe, die speziell für den chinesischen Markt zusammen mit Xpeng entwickelt und aufgebaut wurden, sind nett, aber keine Gamechanger. Ob die Probleme in China zusammen mit den Partnern Xpeng und Momenta ausgeräumt werden könne, bleibt fraglich.
Aus technischer Sicht bewegt sich die VW-Aktie weiterhin in einer Seitwärtsphase. "Kurzfristig fehlt es an klarer Aufwärtsdynamik, was auch durch Trendfolgeindikatoren wie gleitende Durchschnitte bestätigt wird. Diese sind überwiegend flach bis leicht fallend“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
Volkswagen muss Tempo machen. Für die Massenhersteller wird die Luft immer dünner. Produktseitig kann VW derzeit nicht glänzen. Den ID-Modellen fehlt gute Software und ein am Kunden orientiertes Infotainment. Die Konkurrenz in China ist nahezu auf und davon. Und in Europa sind andere Massenhersteller bereits mit Elektroautos unter 25.000 Euro vorgeprescht. Aktuell ist es (noch) zu wenig was Volkswagen präsentiert, um die Aktie zum Kauf zu empfehlen.
Heute, 10:33