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VIX‑Schock: Fast 70 Prozent mehr Angst – droht jetzt der Crash?

VIX‑Schock: Fast 70 Prozent mehr Angst – droht jetzt der Crash?
Foto: ZUMAPRESS.com/William Volcov/dpa/picture alliance
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Ingo Nix Heute, 07:12 ‧ Ingo Nix
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Der VIX macht die Erleichterung nach den US-Zwischenwahlen binnen eines Tages zunichte: Das Angstbarometer der Wall Street schloss am Donnerstag 69,7 Prozent höher bei 28,2 Punkten und steht so hoch wie seit Ende März nicht mehr. Am Mittwoch war es nach dem klaren Wahlsieg der Demokraten noch um 20,3 Prozent auf 16,6 Punkte gefallen. Auslöser des Umschwungs ist ein Ausverkauf bei Chip- und KI-Aktien, den Händler mit Sorgen um künftige Ausgaben für Rechenzentren begründen.

VIX-Vergleich: Wo S&P 500 und Nasdaq bei früheren Angstspitzen standen

Der S&P 500 schloss bei 7.354 Punkten, 4,36 Prozent unter dem Vortag. Der Nasdaq Composite verlor 5,52 Prozent auf 24.315 Punkte und liegt damit 11,9 Prozent unter seinem Rekordschluss vom 6. Oktober – das ist eine Korrektur. Der Blick zurück ordnet die Zahlen ein. Seine bisherige Jahresspitze erreichte der VIX am 27. März mit einem Schlusskurs von 31,1 Punkten, als der Irankrieg und die Blockade der Straße von Hormus die Märkte drückten. Der S&P 500 schloss damals bei 6.369 Punkten, der Nasdaq bei 20.948. Trotz des Einbruchs vom Donnerstag stehen beide Indizes 15,5 beziehungsweise 16,1 Prozent höher. Im Zollschock schloss der VIX am 8. April 2025 bei 52,3 Punkten, der S&P 500 bei 4.983 und der Nasdaq bei 15.268 Punkten. Den größten Tagessprung seiner Geschichte machte der VIX am 5. Februar 2018: plus 116 Prozent auf 37,3 Punkte. Der S&P 500 fiel an jenem Tag um 4,1 Prozent auf 2.649 Punkte, der Nasdaq auf 6.968. Einen so starken Tagesanstieg wie am Donnerstag gab es seitdem nicht mehr.

Ein VIX um 28 Punkte zeigt Nervosität, aber keine Panik. Schlusskurse über 50 gab es nur in der Finanzkrise, im Corona-Crash 2020 und am 8. April 2025. Nach einer groben Faustregel der Optionshändler steht ein VIX von 28 für Tagesschwankungen von rund 1,8 Prozent – der S&P 500 fiel mehr als doppelt so stark. Das technische Bild des Marktes hat sich damit eingetrübt.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Der S&P 500 schloss am Donnerstag bei 7.354 Punkten und damit 6,26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 7.845 Punkten aus dem Oktober. Den ersten Widerstand bildet die Zone um 7.690 Punkte, wo der Mittwochsschluss und die 50-Tage-Linie zusammenfallen; der Index liegt 4,33 Prozent unter dieser Linie. Die 200-Tage-Linie bei 7.323 Punkten hat gehalten, der Kurs liegt nur 0,42 Prozent darüber. Darunter bietet erst das 52-Wochen-Tief vom März bei 6.317 Punkten Halt, der Kurs liegt 16,41 Prozent darüber. Der RSI von 33,5 nähert sich der überverkauften Zone unter 30. Ein Schlusskurs unter der 200-Tage-Linie würde den langfristigen Aufwärtstrend vorerst brechen.

Ob der Ausverkauf weitergeht, zeigt sich heute: Dann kommt der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober. 

Was die Chipschwäche für einzelne Werte bedeutet und wo es Chancen geben könnte, lesen Sie in der Titelgeschichte „Die Rebound-Chance: 5 Tech-Aktien im Check“ im neuen AKTIONÄR 46/26.

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