Lithium-Rallye steht kurz bevor – so profitieren Sie!
Foto: Börsenmedien AG
27.07.2017 Benedikt Kaufmann

Twitter am Boden – die Aktie bleibt eine Spekulation

-%
Twitter

Twitter übertrifft zwar die Erwartungen der Analysten, dennoch stürzt die Aktie vorbörslich um neun Prozent hinab. Zum einen konnten im zweiten Quartal keine zusätzlichen Nutzer hinzugewonnen werden. Zum anderen sanken die Werbeumsätze. Dabei hatte das laufende Geschäftsjahr gut begonnen.

Mit Erlösen von 574 Millionen Dollar übertraf Twitter die Erwartungen der Analysten von 537 Millionen Dollar. Auch die erzielten Gewinne je Aktie von 0,12 Dollar übertrafen die erwarteten 0,05 Dollar der Analysten.

Setzt man das Ergebnis des zweiten Quartals jedoch in Verhältnis zum zweiten Quratal 2016 ergibt sich ein wesentlich trüberes Bild. Die Erlöse sanken um fünf Prozent. Insbesondere das Kerngeschäft mit digitaler Werbung musste einen Dämpfer von acht Prozent hinnehmen. Sehr schwach – vor allem in Zeiten eines wachsenden Marktes. Weniger Agenturen scheinen Twitter für einen geeigneten Werbe-Kanal zu halten.

Foto: Börsenmedien AG

Laut den Marktforschern von eMarketer dürfte Twitters Marktanteil am globalen Werbemarkt im laufenden Jahr auf 1,5 Prozent zurückgehen. Mit einer Video-Strategie, wie sie auch Werbe-Riesen wie Facebook und Google erfolgreich verfolgen, könnte Twitter in Sachen Online-Werbung wieder einen Fuß in die Tür bekommen.

Twitter macht hier vieles richtig. Der Konzern konzentriert sich nicht darauf der beste Werbe-Kanal zu sein, sondern den besten und vor allem aktuellsten Inhalt zu liefern. So schloss Twitter zahlreiche Verträge im Sport-, Nachrichten- und Entertainment-Bereich ab. Zum Beispiel werden zukünftig Baseball-Spiele der MLB, ein 24-Stunden Nachrichtenstream von Bloomberg oder Sendungen von Live Nation übertragen. Noch beschränken sich die Video-Deals auf die USA – doch ähnliche Kooperationen lassen sich auch jenseits des Atlantiks durchführen. Im ersten Quartal trug diese Strategie bereits erste Früchte. Im zweiten Quartal schien es als müsse Twitter erst einmal durchatmen, um neue Deals abzuschließen.

Düster auch das „Nutzerwachstum“. Analysten erwarteten, daas Twitter das neugewonnene Momentum aus dem ersten Quartal beibehalten könne. Bewegung gab es bei den veröffentlichten Zahlen von 328 Millionen Nutzern im zweiten Quartal jedoch nicht. Es blieb bei den 328 Millionen Nutzern die sich bereits im ersten Quartal auf Twitter tummelten.

Foto: Börsenmedien AG

Mangels Nutzer- und Umsatzwachstum rutscht Twitter tiefer und tiefer in die roten Zahlen. Der Verlust stieg im vergangenen Quartal um neun Prozent auf 117 Millionen Dollar.

Spekulative Halteposition

DER AKTIONÄR empfiehlt die Aktien von Twitter als spekulativen Wert im Depot zu halten. Mögliche Kurstreiber bleiben der wirtschaftlicher Turnaround dank der Videostrategie und eine Übernahme.

Buchtipp: No Filter

Die preisgekrönte Reporterin Sarah Frier enthüllt in ihrem Blick hinter die Kulissen, wie Instagram zu einer der kulturell prägendsten Apps des Jahrzehnts wurde. Gegründet im Jahr 2010, zog Instagram zunächst vor allem Kunsthandwerker an, bevor die Plattform den Durchbruch in den Massenmarkt schaffte und eine heute milliardenschwere Industrie schuf – die Influencer. 18 Monate nach dem Start trafen die Gründer die Entscheidung, das Unternehmen an Facebook zu verkaufen. Für die meisten Unternehmen wäre das das Ende der Geschichte, aber für Instagram war es erst der Anfang. Sarah Frier erzählt die fesselnde Geschichte, wie Instagram nicht nur eine neue Branche geschaffen, sondern auch unser Leben verändert hat – und sie tut dies virtuos auf Basis eines in diesem Maße noch nie gewährten Zugangs zu den verschiedenen Protagonisten.
No Filter

Autoren: Frier, Sarah
Seitenanzahl: 368
Erscheinungstermin: 25.06.2020
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-696-7