7 Aktien – 7 Top-Chancen auf eine Gegenbewegung
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06.10.2016 Martin Weiß

Twitter: Aktie rauscht 9 Prozent in die Tiefe

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Übernahmegerüchte haben die Twitter-Aktie zuletzt auf den höchsten Stand im laufenden Jahr getrieben. Jetzt die Ernüchterung: Weder Apple, noch Disney oder Google sind an dem 140-Zeichen-Dienst interessiert. Damit bleibt noch Salesforce.com als möglicher Bieter. Die Anleger sind enttäuscht.

Wie tief sind Benioffs Taschen?

Wer ist noch am schlingernden Kurznachrichtendienst interessiert? Bis Mittwoch galten Apple, Disney, Google und Salesforce.com als – mal mehr, mal weniger heiße – Kaufkandidaten. DER AKTIONÄR favorisierte wegen der strategischen Möglichkeiten Google.

Jetzt die Ernüchterung: Google und Apple sind raus. Wie Recode erfahren haben will, habe Google seine Bemühungen eingestellt. Was das Interesse von Apple an Twitter betrifft, zitierte Recode eine Quelle mit der Aussage: „Twitter sollte seine Hoffnungen nicht zu hoch hängen.“

An der Börse löste die News eine Verkaufswelle bei Twitter aus, der Aktienkurs brach um neun Prozent auf 22,50 Dollar ein, nachdem er zuvor fünf Prozent gewonnen hatte. Die Enttäuschung bei den Anlegern wiegt umso schwerer, da wohl auch Disney als Käufer nicht in Frage kommt. Zuletzt galt der Unterhaltungskonzern als guter „fit“ für Twitter, um die Kunden direkt ansprechen zu können.

Was Apple, Disney und Google als Käufer besonders attraktiv erscheinen ließ: Alle verfügen über milliardenhohe Barreserven, hätten auch einen teuren Deal problemlos stemmen können. Twitter wurde vor dem Kursrückgang mit 17 Milliarden Dollar bewertet. Eine Offerte inklusive Prämie hätte leicht 20 Milliarden Dollar bringen können. Selbst ein Angebot auf Höhe dessen, was Microsoft für Linkedin bezahlt hat – circa 60 Dollar je Nutzer – bewertet Twitter mit 18,6 Milliarden Dollar.

Aus Anlegersicht bleibt Marc Benioff und Salesforce.com damit der einzige potenzielle Käufer für Twitter. Der Haken: In einem Interview mit CNBC wollte sich der CEO nicht festlegen, wenngleich er sagte: „Wir schauen uns alles an“. Benioff dürfte zudem einiges an Überzeugungskraft benötigen, um seine Großaktionäre vom Nutzen einer Übernahme zu überzeugen. Bislang hieß es, Salesforce.com sei insbesondere an den enormen Datenmengen interessiert, die Twitter produziere und anschließend auswertet.

Fazit: Bei Twitter köchelt die Gerüchteküche nicht, sie kocht (über). Die bevorstehende Übernahme: nur Gerüchte. Das Desinteresse der ins Spiel gebrachten Käufer: nur Gerüchte. In Summe ist das ein attraktives Umfeld für kurzfristige Trades. Mutige nutzen die negative Stimmung und den Kursrücksetzer zum Aufbau einer Position auf.

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