13.01.2020 Thorsten Küfner

TUI: Wie teuer wird das 737-Max-Debakel?

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TUI
Trendthema

Kein anderes deutsches Unternehmen leidet so stark unter dem Desaster der Maschinen des Typs Boeing 737 Max wie die TUI. Das Flugverbot für die Flugzeuge der Reihe nach zwei verheerenden Abstürzen hat dem Touristikriesen bereits die Bilanz für das Geschäftsjahr 2018/19 verhagelt. Was droht nun 2019/20?

Wie Tuifly-Chef Oliver Lackmann im Interview mit der WirtschaftsWoche bestätigte, würden zu den bereits bekannten 300 Millionen Euro noch weitere 130 Millionen Euro an finanzielle Belastungen hinzukommen, sollte die 737 Max auch bis Mai nicht einsatzbereit sein. Und er fügte hinzu: „Sollten wir die Flugzeuge nicht vor dem Herbst bekommen, erwarten wir weitere 220 bis 270 Millionen Euro zusätzliche Kosten.“

Lackmann betonte zudem, dass man bei Tuifly auch für weitere Verzögerungen gewappnet sei. Man habe bereits Leasingverträge für einige Maschinen verlängert, welche die Max ersetzen sollen. Außerdem habe man sich bei anderen Firmen, die Flugzeuge verleihen, Kapazitäten gesichert und redet mit weiteren Partnern.

Derweil zeigt sich die TUI mit der Entwicklung der Buchungen für den Sommer 2020 zufrieden. So steht auf der Homepage des Reiseriesen: „Schon jetzt zeigt sich, dass die spanischen Ziele – allen voran Mallorca – wieder mehr gefragt sind als im letzten Jahr.“ Ebenfalls eine gute Nachricht für den Touristikriesen, der gerade bei Fernreisen meist auf stattliche Gewinnmargen kommt: „Außerdem wollen viele Deutsche die Welt kennenlernen, entsprechend groß ist auch die Nachfrage nach Fernreisen. Gefragt sind beispielsweise die Karibik und Südostasien sowie die Malediven und die USA.“

TUI (WKN: TUAG00)

Die Flieger des Typs 737 Max bleiben ein großes Problem für die TUI. Dennoch können mutige Anleger angesichts der mittel- bis langfristig durchaus guten Aussichten für den Touristikriesen zugreifen. Zumal eine attraktive Dividendenrendite von 5,0 Prozent lockt. Der Stoppkurs sollte bei 9,70 Euro belassen werden. 

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