Börsen-Achterbahn: So handeln clevere Anleger richtig
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09.04.2019 Thorsten Küfner

TUI: Droht nun das Horror-Szenario?

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TUI

Am 11. April steht Stand jetzt die Entscheidung an: Wird Großbritannien die EU dann ohne jeglichen Deal – also komplett ungeregelt verlassen – und stürzt anschließend womöglich ins Chaos? Dies wäre nicht nur für viele Politiker und Wirtschaftsverbände ein Horror-Szenario, sondern besonders auch für die TUI.

Denn Großbritannien war für den Reisekonzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 der wichtigste Markt. Satte 6,1 Milliarden Euro der insgesamt 19,5 Milliarden Euro Umsatz entfielen auf die reisefreudigen Briten. Doch im Falle eines harten Brexits könnte vielen die Reiselaune komplett genommen werden. Für einige Briten dürften natürlich auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen.

Für TUI wäre nun zunächst einmal sehr wichtig, dass es nicht zu einem ungeregelten Brexit kommt. Zum anderen wäre es dann natürlich wichtig, dass die potenziellen britischen Kunden endlich Planungssicherheit hätten. Also es endlich einen Deal gibt, der in dem Tollhaus namens Unterhaus auch eine Mehrheit findet. Ebenfalls positiv für die TUI wäre ein längerer Aufschub bis zum Sommer oder gar darüber hinaus, mit dem einige britische Politiker anscheinend ebenfalls liebäugeln. Denn dann würde der Brexit zumindest nicht mitten in das für die TUI so wichtige Sommerquartal fallen, in dem Touristikfirmen traditionell den Großteil ihrer Erträge einfahren.

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Geht man davon aus, dass die Vernunft siegt, sollte es zu einem für alle Seiten vernünftigen Ergebnis kommen. Da dies gerade in Großbritannien aber offenbar absolut fraglich ist, dürfte es für die TUI noch längere Zeit spannend werden. Die Aktie bleibt daher (und aufgrund der Probleme mit den 737-Max-Maschinen) ein heißes Eisen und angesichts des angeschlagenen Charts vorerst kein Kauf!

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