Anleger-Lieblinge im Check - was taugen sie?
26.02.2020 Marion Schlegel

TUI: Dritter starker Verlusttag in Folge – so sieht es beim Konzern nun aus

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TUI

Nach der heftigen Talfahrt zu Wochenbeginn haben sich die europäischen Börsen am Mittwoch ein wenig erholt. Der EuroStoxx schloss letztlich 0,14 Prozent höher bei 3.577,68 Zähler. Sehr schwach präsentierte sich allerdings erneut die Aktie des weltgrößten Reisekonzerns TUI, die es am heutigen Tag nicht ins Plus schaffte. Im Gegenteil: TUI erlitt den dritten Tag in Folge sehr kräftige Verluste. Nach knapp 10 Prozent am Montag und knapp 5 Prozent am Dienstag ging es nun um weitere 2,2 Prozent abwärts. Weiterhin belastet die Angst vor dem Coronavirus die Luftfahrt- und Freizeitbranche besonders stark.

TUI hat wegen des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus seine Vorsorge verschärft. Alle TUI-Gesellschaften – einschließlich der Kreuzfahrten, Flüge und Hotels – befolgten "etablierte Verfahren zur Verhinderung von Infektionen", teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Hannover mit. "Außerdem wurden die Hygienemaßnahmen erhöht." So seien auf Kreuzfahrtschiffen zum Beispiel mehr Spender mit Desinfektionsmitteln bereitgestellt worden.

TUI (WKN: TUAG00)

Für das abgeriegelte Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa habe TUI Deutschland zudem für alle Anreisen bis zum 13. März einen Buchungsstopp verhängt. Derzeit seien rund 200 Gäste in dem Hotel, die über den TUI-Konzern gebucht haben – davon buchten den Angaben zufolge etwa 35 Gäste ihren Aufenthalt über TUI Deutschland. Die Urlauber seien gebeten, ihre Zimmer vorläufig nicht zu verlassen. "Wir beobachten die Situation weiterhin genau und stehen in engem Kontakt mit dem Hotel und den örtlichen Behörden", hieß es von der TUI.

Auch für Reisen nach China gilt ein Buchungsstopp. Deutsche Kunden, die mit Anreise bis zum 31. März gebucht haben, können ihre Chinareise gebührenfrei umbuchen oder stornieren. In das vom Coronavirus betroffene Gebiet in Italien bietet TUI keine Reisen an.

Bei den Asienreisen, darunter ein dort eingesetztes Kreuzfahrtschiff, verzeichnete TUI bis einschließlich vergangener Woche bereits einen leichten Rückgang der Buchungen. Insgesamt sei es aber zu früh, "grundsätzliche Änderungen im Buchungsverhalten unserer Kunden und mögliche finanzielle Auswirkungen" für den Konzern zu sehen.

Die Aktie der TUI ist im Zuge der jüngsten starken Korrektur unter den Stoppkurs des AKTIONÄR bei 8,70 Euro gerutscht und wurde verkauft. Vorerst abwarten!

(Mit Material von dpa-AFX)