Washington und Taipeh stehen kurz vor einem Handelsabkommen. Zölle sollen sinken, Investitionen steigen. Der Deal ist politisch sensibel und wirtschaftlich relevant. Im Fokus stehen Milliardeninvestitionen und die Ausweitung der Chipproduktion von TSMC in den USA.
Die Trump-Regierung steht nach monatelangen Verhandlungen kurz vor einem Handelsabkommen mit Taiwan. Kernpunkt ist laut New York Times eine Senkung der US-Zölle auf taiwanesische Importe von aktuell 20 Prozent auf 15 Prozent. Damit würde Taiwan zollpolitisch mit Japan und Südkorea gleichgestellt, die ihre Abkommen bereits im Vorjahr geschlossen hatten.
Der wirtschaftlich entscheidende Teil betrifft die Halbleiterindustrie. Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., kurz TSMC, soll im Gegenzug seine Investitionen in den USA deutlich ausweiten. Laut Bloomberg plant der Konzern mindestens vier zusätzliche Chipfabriken in Arizona. Bereits zugesagt sind sechs Fabriken sowie zwei Anlagen für fortschrittliche Chipverpackung.
TSMC hat bislang Investitionen von bis zu 165 Milliarden US-Dollar in den USA angekündigt. Mit den zusätzlichen Fabriken dürfte das Gesamtvolumen um weitere rund 100 Milliarden Dollar steigen. Der Bau einer einzelnen modernen Chipfabrik kostet inzwischen mehr als 20 Milliarden Dollar. Die neuen Werke sollen in den 2030er-Jahren fertiggestellt werden.
Offiziell bestätigt Taipeh den Fortschritt der Gespräche. Die zuständige Behörde erklärte, beide Seiten hätten einen „breiten Konsens“ erzielt. Der Termin für ein abschließendes Treffen werde derzeit abgestimmt. Das Abkommen müsste anschließend dem Parlament vorgelegt werden.
Politisch ist das Abkommen sensibel. China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und erhöht den militärischen Druck. Für Washington geht es um die Absicherung der Chipversorgung. Laut New York Times entfällt mehr als ein Drittel der taiwanesischen Exporte auf Halbleiter, der Großteil davon stammt von TSMC.
Zusätzliche Brisanz erhält der Deal durch die US-Innenpolitik. Der Oberste Gerichtshof könnte in Kürze über die Rechtmäßigkeit der globalen Trump-Zölle entscheiden. Ein mögliches Kippen der Zölle würde der Regierung ein zentrales Druckmittel in den Handelsgesprächen entziehen. Taipeh drängt daher auf einen schnellen Abschluss, auch mit Blick auf ein mögliches Treffen zwischen Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping im Frühjahr.
An der Börse wird das Abkommen als strategischer Vorteil für TSMC gewertet. Der Konzern würde seine Produktionsbasis in den USA deutlich ausweiten und zugleich das Risiko möglicher Sonderzölle auf Halbleiter reduzieren. Am Chart bleibt der Aufwärtstrend klar intakt und die Aktie notiert auf Rekordhoch bei 1.720 Neue Taiwan-Dollar.
TSMC rückt weiter ins Zentrum der US-Handelspolitik. Der mögliche Taiwan-Deal sichert Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe. Anleger, die dem Tipp von DER AKTIONÄR gefolgt sind, liegen mit der TSMC-Aktie komfortabel im Plus und lassen die Gewinne laufen.
13.01.2026, 08:58