04.01.2019 Michael Schröder

Treffen der Protagonisten im Handelskrieg: Aixtron, Infineon, Siltronic mit Chance auf Gegenbewegung - die Hintergründe!

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Infineon
Trendthema

Der Handelskrieg und mögliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sind derzeit in aller Munde. Nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Im Streit zwischen China und den USA zeichnen sich für kommende Woche die ersten direkten Verhandlungen seit der Ankündigung eines "Waffenstillstands" Anfang Dezember ab. Eine US-Delegation wird am Montag zu zweitägigen Gesprächen in Peking erwartet. DAX und Co reagieren in einer ersten Reaktion erleichtert. Die zuletzt arg gebeutelten Technologiewerte wie Aixtron, Infineon, Siltronic und Co dürften zu einer Gegenbewegung starten.

Bei den Gesprächen geht es darum, wie der von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping Anfang Dezember angekündigte Kompromiss für den Handelsstreit konkret aussehen soll. Die beiden hatten Anfang Dezember am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires einen "Waffenstillstand" bis Anfang März vereinbart. Bis dahin soll eine angekündigte Erhöhung der Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar von derzeit zehn auf 25 Prozent ausgesetzt bleiben.

Die Verunsicherung durch mögliche Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China auf die globale Konjunktur ist weiterhin Gift für die Börsen. Vor allem die heimischen Technologiewerte wie Aixtron, Infineon und Siltronic stehen in diesem Umfeld im Fokus. Bisher wurde jeder Versuch einer Gegenbewegung auf die deutlichen Verluste der letzten Wochen umgehend wieder abverkauft. Dabei sind die Aussichten für die drei Konzerne alles andere als schlecht.

Geht es nach Siltronic Finanzchef Rainer Irle, sind ist der Waferhersteller weiter auf Kurs. Seinen Aussagen zufolge ist die Nachfrage nach Wafern weiter auf einem hohen Niveau. In Sachen Preisentwicklung zeigte sich der Vorstand ebenfalls weiter zuversichtlich. Die Aussichten bei Siltronic sind also nicht so schlecht, wie es der Kursverlauf zuletzt aufzeigt. DER AKTIONÄR hält daher an seinem Fazit fest: Liegt der Finanzvorstand mit seiner Einschätzung nicht komplett daneben, dann sollte die mit einem KGV von 5 günstig bewertete Aktie bei einer überfälligen Gegenbewegung von DAX und Co zu den Leadern gehören. In einem ersten Schritt muss dazu zunächst die 70-Euro-Marke überwunden werden. Als nächstes Ziel wartet dann weiter die 90-Euro-Marke.

Gleiches gilt für die Aktie von Aixtron. Die Gesellschaftprofitiert von der weltweit zunehmenden Marktdurchdringung neuer Display- und Kommunikationstechnologien und könnte auch im angeschlagenen Marktumfeld positiv überraschen – trotz der Umsatzwarnung des iPhone-Herstellers Apple. DER AKTIONÄR hält an seinem Fazit fest: Aber: Mit einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnwachstum von über 30 Prozent ist die Bewertung mit einem 2019er-KGV von 23 keinesfalls zu hoch. Nach der Umsatzwarnung des iPhone-Herstellers Apple könnte die Aktie zwar noch einmal zur Schwäche neigen. Das erste Ziel bleibt der Bereich zwischen 10,00 und 10,50 Euro.

Auch die Infineon-Aktie konnte sich den Sorgen um schwächelnde Absätze in der Halbleiterbranche zuletzt nicht entziehen. Insgesamt zeigen die Einschätzungen der Analysten aber ein bullishes Bild. Von 29 Experten-Einstufungen sprechen 22 Analysten „Buy“-Empfehlung aus – fünf Experten raten zum „Hold“ der Aktie. Lediglich zwei Analysten setzten die Papiere auf die „Sell“-Liste. Auch hier scheint eine Gegenbewegung mehr als überfällig. Das erste Ziel liegt hier bei 19 Euro.

Nicht vergessen: Wer bei dem Trio auf der Long-Seite agieren will, sollte die Positionen mit einem engen Stopp absichern.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.