Die zuletzt stark zurückgefallenen Aktien von Siltronic haben am Donnerstag wieder den Vorwärtsgang eingelegt - und zwar deutlich. Die Aktien des Waferherstellers legten prozentual zweistellig zu. Im Zuge der jüngsten Korrektur waren die Papiere allerdings auch um rund 30 Prozent zurückgefallen. Die Hintergründe sind durchaus interessant.
Die allgemeine Erholung in der Halbleiterbranche gab den Ausschlag, trotz durchaus widersprüchlicher Analystensignale. Denn während Martin Jungfleisch von Exane BNP Paribas Siltronic auf "Outperform" anhob, strich Florian Treisch von Kepler Cheuvreux seine Empfehlung. Treisch hält das Potenzial mit seinem Kursziel von 90 Euro für fast ausgeschöpft, Jungfleisch setzte mit 108 Euro ein Kursziel nahe dem Jahreshoch.
Er sieht die KI-Nachfrage als zunehmenden Katalysator für den Absatz von Wafern mit Durchmessern bis 300 mm. Dies dürfte dazu führen, dass die Nachfrage am Markt hier im zweiten Halbjahr 2027 nicht mehr befriedigt werden kann. Damit wären massive Preissteigerungen möglich, glaubt Jungfleisch. Treisch geht derweil davon aus, dass Volumenerholungen bereits eingepreist sind und eine Verschnaufpause für die Aktien angesagt ist.
Ein Blick auf den Kurszettel zeigt: Den Etappensieg holt sich heute ganz klar Jungfleisch von Exane BNP Paribas. Ob es am Ende für einen Gesamtsieg reicht oder ob Kepler-Cheuvreux-Experte Treisch doch noch abfängt und die Siltronic-Aktie einbricht, wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen. DER AKTIONÄR hat derweil im Real-Depot heute früh eine Trading-Position in SUSS Microtec eröffnet, eine Aktie, die im wieder freundlichen Umfeld für Technologiewerte durchaus Chancen auf einen erfolgreichen Sprint hat.
Heute, 17:25