Mit TK Accelis steht seit heute ein neuer Name auf den deutschen Kurslisten. Thyssenkrupp hat seinen Werkstoffhandel per IPO in die Eigenständigkeit erlassen. Der Börsengang ist erfolgreich, die Aktie notiert höher als zum ersten Kurs. Die Mutter Thyssenkrupp ist derweil nur optisch schwach.
Der erste Kurs von TK Accelis lag auf Xetra bei 28,70 Euro. Im Tagesverlauf stieg die Aktie in der Spitze bis auf 30,70 Euro, ehe sie nun rund 30 Euro kostet. Bei etwa 63,5 Millionen Aktien kommt die Abspaltung damit auf eine Marktkapitalisierung von derzeit rund 1,9 Milliarden Euro.
Die ehemalige Sparte „Materials Services“ hatte zuletzt zwar 11,4 Milliarden Euro Umsatz gemacht, als bereinigte EBITDA-Marge blieben aber nur zwei Prozent. Das Management peilt mittelfristig vier bis fünf Prozent an. Jefferies-Analyst Tommaso Castello erwartete vor dem IPO ein EBITDA für das Geschäftsjahr 2026/27 von 325 bis 400 Millionen Euro.
Die Thyssenkrupp-Aktie selbst verliert am Mittwochnachmittag rund 16 Prozent. Bedenkt man, dass die Altaktionäre je 20 ThyssenKrupp-Aktien eine Aktie von Accelis eingebucht bekommen haben, dürfte der rechnerische Abschlag bei einem Kurs von 30 Euro nur 1,50 Euro betragen. Das wären zum gestrigen Schlusskurs rund zehn Prozent. Etwa sechs Prozent notiert die MDAX-Aktie damit also auch bereinigt um die Abspaltung im Minus.
Mit 51 Prozent bleibt Thyssenkrupp derweil an TK Accelis beteiligt. Ein Erfolg der Tochter an der Börse würde der Mutter, die mehr und mehr zur reinen Finanzholding umgebaut wird, also Schwung verleihen. Mittelfristig könnten dann auch beide Werte Platz im MDAX finden.
DER AKTIONÄR hat Thyssenkrupp zuletzt zum Kauf empfohlen und war damit richtig gelegen. Bereinigt um die Abspaltung steht weiter ein deutliches Plus im Depot. Die Holding gewinnt mehr und mehr verlorenes Vertrauen zurück und bleibt deshalb interessant. Bei TK Accelis sollten Anleger die ersten Handelstage abwarten. DER AKTIONÄR bleibt hier am Ball.
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