Nach der eher schwachen Kursentwicklung in den vergangenen Monaten kann die Aktie von Thyssenkrupp am Mittwoch im frühen Handel wieder deutlich zulegen. Der finnische Aufzugshersteller Kone kauft TK Elevator. Die Bewertung ist auch für die ehemalige Mutter sehr erfreulich.
Bloomberg hatte bereits am Dienstagabend berichtet, dass Kone noch am heutigen Mittwoch einen Deal mit den Finanzinvestoren Advent und Cinven, den Eigentümern von TK Elevator, bekannt geben könnte. Nun bestätigten beide Parteien, dass die Bewertung der ehemaligen Thyssenkrupp-Aufzugssparte inklusive Schulden 29,4 Milliarden Euro betragen soll und es zu einem Cash-und-Aktien-Deal kommt. Thyssenkrupp selbst hatte die Tochter 2020 für 17,2 Milliarden Euro an das Konsortium aus Advent und Civen verkauft – 16,2 Prozent der Anteile hält der MDAX-Konzern aber auch heute noch.
Zuletzt hatte es noch Gerüchte gegeben, dass TK Elevator an die Börse kommen könnte. Doch nun deutet viel darauf hin, dass Kone in einem der größten Private-Equity-Verkäufe überhaupt zum Zuge kommen könnte. Bereits 2020 hatten die Finnen Interesse gezeigt, damals aber das Nachsehen gehabt. Offen bleibt angesichts der Größe beider Konzerne aber noch, was die Kartellbehörden zu einem Zusammenschluss sagen werden.
Mit dem Zukauf will Kone vor allem die Position im profitablen US-Wartungsgeschäft stärken und durch Skaleneffekte noch effizienter werden. Derzeit erzielen die Finnen etwa ein Viertel des Umsatzes in Nord- und Südamerika und etwa 40 Prozent in Europa. TK Elevator hat im Geschäftsjahr 2024/25 (per Ende September) 9,2 Milliarden Euro Umsatz und ein EBITDA von 1,6 Milliarden Euro erreicht.
Die Bewertung von TK Elevator ist deutlich höher als noch 2020. Thyssenkrupp könnte damit ein attraktives Geschäft winken. Rund 4,7 Milliarden Euro wäre der Anteil wert. Trotz des Kurssprungs am Mittwoch gilt aber weiterhin: Es gibt attraktivere Investments als den Restkonzern Thyssenkrupp.
Heute, 09:11