7 Geheimtipps mit Highflyer-Potenzial!
Foto: Börsenmedien AG
29.03.2018 Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Droht das Stahlfiasko?

-%
ThyssenKrupp

Der Umbau bei ThyssenKrupp benötigt viel Zeit. Zumindest die Fusion der zyklischen Stahlsparte mit dem indischen Wettbewerber Tata galt allerdings als so gut wie abgemacht. Doch nun droht die IG Metall wieder mit einem Nein. Aus finanzieller Sicht könnte ein Scheitern fatale Folgen für den Gesamtkonzern haben.

Die IG Metall droht mit der Ablehnung des Deals, da sie Bedenken wegen Vereinbarungen des Tata-Managements in den Niederlanden mit den dortigen Gewerkschaften hat. Angeblich soll das lukrative Werk die Gewinne nicht in das Joint Venture (JV) einbringen, sondern selbst darüber verfügen dürfen. „Sollte sich das bewahrheiten, ist das für uns nicht akzeptabel“, so der IG-Metall-Gewerkschaftssekretär und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG Markus Grolms.

Es ist nachvollziehbar, dass die deutsche Seite nicht alleine für die Risiken des JV einstehen will. ThyssenKrupp muss dafür sorgen, dass auch in den Niederlanden eine für alle Seiten annehmbare Vereinbarung getroffen wird. Mit der IG Metall wurde eigentlich bereits im Dezember eine Einigung erzielt. Bei einem Scheitern des Tata-Deals würde die Suche nach einem neuen Partner Jahre dauern – das könnte sogar das Überleben des Gesamtkonzerns gefährden. Hintergrund: Im Stahl-JV sollen hohe Schulden ausgelagert werden, um die finanzielle Situation zu verbessern und wieder Spielraum für Investitionen in die lukrativeren Technologiesparten zu ermöglichen.

Foto: Börsenmedien AG

Abwarten

Sollten die Informationen über den Deal in den Niederlanden stimmen, drohen erneute Verhandlungen. Es wäre jedoch wünschenswert, dass die Stahl-Abspaltung zeitnah über die Bühne geht. Erst danach können weitere Maßnahmen ergriffen werden. Gelingt der Umbau, dürfte ThyssenKrupp allerdings eine deutlich höhere Bewertung zugesprochen werden. Langfristig bleibt die Situation spannend. Aufgrund des schwachen Chartbilds und des drohenden Handelskriegs sollten Anleger vorerst aber an der Seitenlinie bleiben.

Buchtipp: Wie man Unternehmenszahlen liest

Alle Investment-Giganten der Gegenwart wurden von ihm inspiriert: In Benjamin Grahams jetzt auf Basis der Erstausgabe von 1937 neu aufgelegtem Kultklassiker vermittelt er komprimiert und leicht verständlich das Rüstzeug für eine faktenbasierte und werteorientierte Unternehmensanalyse. Die richtigen Schlüsse aus Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnung, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens ziehen? Graham zeigt, wie es geht. Mit einfachen Tests lernt der Leser, die finanzielle Situation eines Unternehmens zu beurteilen. Für den notwendigen Durchblick im Dschungel der finanzmathematischen Begriffe sorgen das umfangreiche Glossar und anschauliche Rechenbeispiele.

Autoren: Graham, Benjamin
Seitenanzahl: 176
Erscheinungstermin: 23.07.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-679-0