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24.07.2018 DER AKTIONÄR

Tesla-Risiko steigt: Verliert Elon Musk die Nerven?

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DAX

Für Anleiheinvestoren bei Tesla wird es zunehmend teurer, sich gegen einen möglichen Kreditausfall zu versichern. Nach Berichten am Montag, wonach der Autobauer von immensen Finanzierungsproblemen geplagt ist, stieg der Preis zur Absicherung von 100 US-Dollar in Tesla-Schulden auf 5,96 US-Dollar - der zweithöchste Wert seit Auferlegung der Kontrakte.

Mit Hilfe sogenannter Credit Default Swaps (kurz: CDS) wird das Ausfallrisiko eines Schuldners abgesichert. Der Sicherungsnehmer zahlt also eine Prämie an den Sicherungsgeber, welcher eine Ausgleichszahlung leisten muss, sofern der im CDS-Vertrag genannte Referenzschuldner ausfällt. Da diese Verträge außerbörslich gehandelt werden, spiegelt deren Preis die Risikoeinschätzung der Anleger wider.

Der starke Anstieg der Swap-Preise auf Tesla-Anleihen lässt sich also als gestiegene angenommene Ausfallwahrscheinlichkeit interpretieren, nachdem Elon Musk Lieferanten um eine Rückzahlung gebeten haben soll. Die Anleihe mit Laufzeit bis 2025 (US88160RAE1) fiel am Montag auf 88,875 Prozent. Der dazugehörige Swap kostet 5,96 US-Dollar je 100 US-Dollar Kredit plus eine einmalige Zahlung zu Vertragsbeginn in Höhe von 18 Prozent. Summa summarum ergeben sich somit Versicherungskosten in Höhe von 24,1 Prozent.

Aus den Kursen der CDS lässt sich ebenso die implizite Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsverzugs ableiten. Diese stieg am Montag nach Angaben von Thomson Reuters auf 38,9 Prozent. Ende Juli lag dieser Wert noch bei 34 Prozent.

Dass die Lage bei Tesla in der Tat bedenklich ist, zeigt wieder einmal die Reaktion von Tesla-Chef Elon Musk auf Kritik an seiner Führungsfähigkeit. Der anonyme, aber durchaus bekannte Tesla-Kritiker „Montana Sceptic“ wurde nach Angaben eines Freundes durch ein Telefongespräch mit Elon Musk persönlich mundtot gemacht:

 Nach Einschätzung des AKTIONÄR bleibt die Aktie des E-Automobilherstellers riskant. 

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