17.08.2018 DER AKTIONÄR

Tesla: Produktionsziele können Musk zum Verhängnis werden – US-Börsenaufsicht ermittelt

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Die Aufmerksamkeit der US-Börsenaufsicht SEC zieht Tesla-Chef Elon Musk nicht erst aufgrund der aktuellen Privatisierungspläne auf sich: Bereits seit 2017 laufen Ermittlungen wegen falscher Model 3 Produktions-Details. Tesla und seinen Vorgesetzten drohen hohe Strafzahlungen.

Im Herbst 2017 wurde bekannt, dass die Produktionswerke erst im September – zwei Monate später als behauptet – in Betrieb genommen wurden. Auch bei den Model 3-Stückzahlen hat Musk enorm übertrieben. 2017 rollten laut einem Bericht des Wall-Street-Journal WSJ nicht 200.000 Modelle, sondern lediglich 27.000 vom Band.

Unglaubwürdige Ziele

Die Massenproduktion des Model 3 verschob Tesla mehrmals zu Lasten der Kunden und Investoren. Ende Juli 2018 wurden die angedachten 5.000 Model 3 pro Woche schließlich auf Biegen und Brechen erreicht. Musk musste dafür eine komplette Montagelinie zusätzlich einfliegen lassen. Die SEC stellt sich deshalb die Frage, ob Tesla bei den genannten Produktionszielen und vor allem bei den Gründen für die Verzögerungen Investoren bewusst hinters Licht führte – und ermittelt bereits seit 2017.

Vorladungen der SEC

Laut dem WSJ wurde bereits ein Zulieferer als Zeuge vorgeladen, um den Wahrheitsgehalt der ambitionierten Produktions-Details von Tesla zu überprüfen. Die SEC wollte sich zu diesen Informationen jedoch nicht äußern.

Für Musk wird es jetzt in zweierlei Sicht ungemütlich. Die SEC lädt ihn wegen seinen Privatisierungsplänen und der angeblich „gesicherten Finanzierung“ vor. Sollte die SEC dem Elektroautopionier zudem falsche Produktions-Angaben nachweisen, drohen zu allem Übel auch noch Strafzahlungen.

Kaufen, halten, verkaufen?

Bleibt die Frage, was tun, wenn man die Aktie hat? Beim Verkauf nimmt man sich die Chance auf Kursgewinne, sofern das Papier wirklich zu 420 Dollar – wie Musk bekannt gab – von der Börse genommen wird. DER AKTIONÄR tendiert aufgrund der aktuellen Lage eher zum Halten. Bis 420 Dollar besteht ein Potenzial von immerhin rund 24 Prozent. Anleger, die noch kein Tesla-Aktionär sind, sollten die Finger davon lassen. Allenfalls kann man mit homöopathischem Einsatz ein Roulette-Spiel wagen – mit einem Hebel-Produkt (WKN GD7TPC) auf Tesla – die Chancen stehen 50:50.