01.03.2019 Benedikt Kaufmann

Tencent bekämpft Einschränkungen mit Einschränkungen

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Trendthema

Tencent hat unverändert mit den Nachwirkungen des Gaming-Shutdown zu kämpfen – nur langsam dürften sich Aktienkurs und Umsätze erholen. Der Konzern kommt den Regulierungsbehörden jedoch weiter entgegen und testet weitere Einschränkungen für Jugendliche, die Tencents Mobile-Games spielen wollen.

Der Vergabestopp von Vertriebslizenzen für Videospiele ist zwar mittlerweile wieder aufgehoben, doch die drastischen Maßnahmen der chinesischen Behörden beeinflussen Tencent noch heute. Wichtige Mobile-Games sind noch immer nicht für den chinesischen Markt erschienen und die Diskussion um Gesundheitsprobleme durch übermäßiges Videospielen hält an.

Einschränkungen für Jugendliche

Tencent will den Behörden daher entgegenkommen und plant weitere Einschränkung für Jugendliche und Kinder. So sollen sich unter 13-Jährige künftig nur noch für Tencents Mobile-Games anmelden können, wenn die Eltern dies erlauben. Das System soll vorerst in 12 Städten für die großen Smartphone-Spiele „Honour of Kings“ und „PlayerUnknown’s Battlegrounds“ getestet werden.

Bereits vergangenes Jahr hat Tencent ein System angekündigt, das zeitliche Beschränkungen für Jugendliche einbaut. Spielern bis zwölf Jahren wird nur noch eine Stunde Spielzeit pro Tag gewährt. 13- bis 18-jährige dürfen dagegen zwei Stunden pro Tag spielen.

Die Einschränkungen dürften wichtig sein, um weitere drastische Maßnahmen der Regierung zu verhindern. Jedoch dürften sie auch auf die Gaming-Umsätze des Konzerns drücken. Denn insbesondere bei jüngeren Spielern sind die Feedback-Loops und Suchspiralen in den kostenlosen Spielen wirkungsvoll. Der Anreiz für Kosmetik und Ingame-Gegenstände Geld auszugeben ist entsprechend hoch.

Gewinne laufen lassen

Nach der Gaming-Blockade ist die Tencent-Aktie wieder auf Erholungskurs, auch wenn die Wachstumsaussichten etwas geschmälert bleiben. Hier versucht der Konzern zudem durch eine internationale Expansion seiner Mobile-Games entgegenzusteuern.

Quelle: Statista Digital Media Report

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