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18.02.2017 Benedikt Kaufmann

T-Mobile US: Mobilfunksektor jetzt vor Übernahmewelle?

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T-Mobile US

Die Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen in den USA ist abgeschlossen. Mit dem Ende der Auktion werden die Verhältnisse unter den amerikanischen Mobilfunkanbietern auf Jahrzehnte hin zementiert. Nur Übernahmen können hieran etwas ändern. Erneut im Mittelpunkt der Spekulationen: T-Mobile US.

T-Mobile US hatte für das Wettbieten rund zehn Milliarden Dollar zur Seite gelegt. Wie viel die Marktführer Verizon, AT&T und T-Mobile US im Einzelnen für die Frequenzen boten ist noch nicht bekannt. Mit insgesamt 19,6 Milliarden Dollar kamen die Mobilfunkanbieter jedoch günstig weg – erwartet wurde eine Gesamtsumme von 86 Milliarden Dollar.

Die zusätzlichen Frequenzen benötigt T-Mobile, um die Nachfrage der stark wachsenden Zahl an Kunden zu befriedigen. Im Jahr 2016 gewann das Unternehmen erneut über vier Millionen neue Vertragskunden – ein Wert, von dem die Konkurrenz nur träumt. T-Mobile US luchst den großen Anbietern AT&T und Verizon durch Billigstpreise und Promo-Aktionen ständig Kunden ab.

Das Ende der Versteigerung hat einen weiteren Effekt: Die Übernahmespekulationen um T-Mobile US kochen erneut hoch. Die Mobilfunkanbieter haben durch die günstigen Frequenzen rund 66 Milliarden Dollar zur Verfügung, die bereits in den Bilanzen veranschlagt worden sind. Bis Mitte April verbietet die US-Regulierungsbehörde FCC jedoch allen Teilnehmern der Auktion, Übernahmegespräche zu führen.

JP Morgan sieht bei T-Mobile US eine 90 prozentige Chance für eine Übernahme. Als potentielle Käufer nennt JP Morgan namentlich Sprint und Dish Network. Sprint versuchte bereits Mitte 2014 T-Mobile US zu übernehmen, ließ jedoch aufgrund regulatorischer Hürden das Angebot fallen. Die neue US-Regierung könnte einer strategischen Konsolidierung im US-Mobilfunksektor lockerer gegenüberstehen. Zudem versprach die japanische Softbank Group Präsident Trump, mehr als 50 Milliarden Dollar in US-Firmen zu investieren. Softbank hält 80 Prozent an Sprint.

Bei einer Kursrallye von rund 30 Prozent seit den Q3-Zahlen Ende Oktober ist ein Großteil des starken Kundenwachstums bereits eingepreist. Zusätzlich könnte es im laufenden Jahr für T-Mobile US schwieriger werden den kostenintensiven Preiskampf aufrechtzuerhalten. DER AKTIONÄR empfiehlt die Hälfte der Gewinne mitzunehmen und die andere Hälfte als spekulative Position im Depot zu belassen. Denn 2017 könnte ebenso das Jahr der langerwarteten Übernahme sein.

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