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27.04.2021 Fabian Strebin

Swedbank: Einstiegschance oder raus aus dem Depot - Platzhirsch schwächelt nach Zahlen

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SWEDBANK A

Die Swedbank hat heute Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt und notiert seitdem im Minus. Zwar übertrafen die Schweden den Analystenkonsens und stellten zusätzliche Ausschüttungen in Aussicht. Anleger hatten sich aber offenbar mehr erhofft. Wie geht es nun weiter mit der Aktie?

Der Nettogewinn der Swedbank stieg im ersten Quartal auf 4,98 Milliarden Schwedische Kronen (491 Millionen Euro), nach einem Verlust von 1,69 Milliarden im Vorjahr, und übertraf damit die 4,44 Milliarden, die Analysten laut Refinitiv-Daten erwartet hatten. Die Rückstellungen für potenzielle Kreditverluste, eine Zahl, die aufgrund des Einbruchs der von der Pandemie betroffenen Wirtschaft genau beobachtet wird, lagen bei 246 Millionen Kronen und damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,16 Milliarden und dem von Analysten erwarteten Verlust von 571 Millionen.

Hypothekengeschäft schwächelt

Die Einnahmen aus Gebühren und Provisionen stiegen auf 3,36 Milliarden Kronen von 3,22 Milliarden vor einem Jahr, inmitten einer starken Leistung im Asset Management. Die Zinserträge, die Erträge aus Hypotheken beinhalten, fielen um zwei Prozent auf 6,54 Milliarden Kronen von 6,69 Milliarden vor einem Jahr, da das Wachstum bei Hypotheken durch niedrigere Unternehmenskredite während der Pandemie ausgeglichen wurde.

Swedbank fällt hinter Markt zurück

Die Nachfrage nach Hypotheken sei in Schweden, vor allem in den Großstädten, so hoch gewesen, dass die Bank mehr Mitarbeiter einstelle, um die Verkäufe zu bewältigen, sagte CEO Jens Henriksson in einer Telefonkonferenz vor Reportern. „Während des Quartals haben wir unsere Kreditvergabe um 3,8 Prozent erhöht, aber der Markt ist um sechs Prozent gestiegen, also haben wir nicht Schritt gehalten", fügte er hinzu.

Dividende könnte höher ausfallen

Die Ausgaben für das Quartal waren geringer als die von Analysten erwarteten 5,16 Milliarden und die Bank sagte, dass sich ihre Ausgaben für das Jahr planmäßig entwickeln würden. Das Management stellt zudem zusätzliche Dividenden für 2019 und 2020 in Aussicht, wenn die Marktbedingungen und Schwedens Finanzaufsichtsbehörde dies erlauben.

SWEDBANK A (WKN: 895705)

Trotz der Probleme im ersten Quartal ist die Aktie mit einem 2021-er-KGV von 9 im Peergroup-Vergleich (15) stark unterbewertet. Was die Performance angeht ist das Papier mit rund zwei Prozent Plus seit Jahreswechsel jedoch hinter dem Euro-Stoxx-Banks (18 Prozent) deutlich zurückgeblieben. Allerdings dürfte sich die Bewertungslücke bald schließen. Mit einer harten Kernkapitalquote von 18 Prozent ist die Bank der Fels in der Brandung und dürfte von der anziehenden Konjunktur profitieren.

Anleger warten ab, ob die GD200 bei 14,66 Euro hält und können dann den Rücksetzer zum Einstieg nutzen. Der  Stopp wird bei 11,00 Euro gesetzt, Investierte bleiben dabei.