Bitcoin notiert am Montag weiterhin unter der psychologisch wichtigen Marke von 60.000 Dollar und droht sogar auf ein neues Jahrestief zu fallen. Dennoch geht es für die Papiere des Treasury-Unternehmens Strategy rund fünf Prozent nach oben, nachdem der Konzern eine neue Marschroute bekanntgegeben hat.
• Strategy-Aktie klettert rund fünf Prozent – trotz schwächelndem Bitcoin nahe dem Jahrestief
• Saylor-Konzern kündigt gleich zwei milliardenschwere Rückkaufprogramme an
• Die geplante Finanzierung über Bitcoin-Verkäufe wirft eine entscheidende Frage auf
Konkret kündigte Strategey gleich zwei Rückkaufprogramme an: ein Programm zum Rückkauf von Vorzugsaktien im Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar sowie ein Programm zum Rückkauf von Stammaktien in Höhe von ebenfalls bis zu einer Milliarde Dollar. Der wichtigste Punkt dabei ist, dass der Saylor-Konzern zur Finanzierung der Rückkäufe ausdrücklich nicht auf seine Bar-Reserve von 2,55 Milliarden Dollar zurückgreifen will. Stattdessen zieht Strategy in Betracht, die Rückkäufe über den Verkauf von Bitcoin im Rahmen eines neuen BTC-Monetarisierungsprogramms zu finanzieren. Der Vorstand genehmigte in diesem Rahmen Bitcoin-Verkäufe von bis zu 1,25 Milliarden Dollar.
Dieses Vorgehen deutet darauf hin, dass Strategy sich mit seinen Bitcoin-Investments beziehungsweise der Schulden-Aufnahme übernommen hat. Der Konzern versucht mit den Bitcoin-Verkäufen und den Rückkäufen der mit zwölf Prozent verzinsten Vorzugspapiere nun, Liquidität zu sichern und gleichzeitig die zweimal pro Monat fällig werdenden Auszahlungen zu reduzieren.
Michael Saylor hat sich verzockt und die Strategy-Aktie gleicht einem Trümmerhaufen. Nun geht der Konzern den einzig richtigen Weg und reduziert durch die Rückkaufprogramme beziehungsweise den Verkauf von Bitcoin seinen Hebel auf die Kryptowährung. Führt Strategy die Verkäufe in den kommenden Wochen durch, dann könnte Bitcoin weiter unter Druck bleiben – und damit auch die eigene Aktie. Anleger halten deshalb viel Abstand zu den Papieren der Bitcoin-Treasury-Firma.
Welche Strategie verfolgt Strategy mit Bitcoin?
Strategy setzt konsequent auf Bitcoin als langfristigen Vermögenswert und sieht die Kryptowährung als Alternative zu klassischen Geldanlagen. Das Unternehmen hat seine Bilanz zunehmend auf Bitcoin ausgerichtet und nutzt verschiedene Finanzierungsinstrumente, um weitere Käufe zu ermöglichen. Ziel ist es, den Bitcoin-Bestand pro Aktie langfristig zu steigern und vom möglichen Wertzuwachs der Kryptowährung zu profitieren.
Wie verdient Strategy mit seiner Bitcoin-Strategie Geld?
Im klassischen Sinne erzielt Strategy keine laufenden Erträge durch Bitcoin. Der Investmentcase basiert vor allem auf der Wertentwicklung der gehaltenen Bitcoin-Bestände. Steigt der Bitcoin-Kurs, kann sich der Wert des Unternehmens erhöhen. Gleichzeitig versucht Strategy, durch Kapitalmaßnahmen zusätzliches Kapital für weitere Bitcoin-Investitionen zu beschaffen.
Welche Risiken birgt das Geschäftsmodell von Strategy?
Die Strategie ist eng an die Entwicklung des Bitcoin-Kurses gekoppelt. Starke Kursrückgänge können die Bewertung des Unternehmens erheblich belasten. Hinzu kommen Risiken durch steigende Finanzierungskosten, regulatorische Veränderungen und mögliche Verwässerungen für Aktionäre durch neue Aktienausgaben. Entscheidend bleibt daher, wie sich Bitcoin langfristig entwickelt.
Heute, 19:20