28.11.2018 Andreas Deutsch

Steinhoff: Das Jahr 1 nach dem Crash

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Steinhoff
Trendthema

Heute vor einem Jahr herrschte bei Steinhoff die Ruhe vor dem Sturm. Dann räumte das südafrikanische Unternehmen Bilanzunregelmäßigkeiten ein, der Vorstand trat zurück, die Aktie brach brutal ein. Die Börse fragt sich schon lange: Kommt bald endlich Licht ins Dunkel, wie es wirklich um Steinhoff steht?

Anfang Dezember 2017: Der südafrikanische Möbelkonzern und Ikea-Konkurrent Steinhoff gibt bekannt, dass etwas nicht mit der Bilanz stimme. CEO Markus Jooste räumt nach zwei Jahrzehnten an der Spitze des südafrikanischen Konzerns seinen Posten, ebenso Finanzvorstand Ben La Grange. Wann die überprüfte Bilanz vorgelegt werde, könne man noch nicht sagen, heißt es seitens des Unternehmens. Die Börsenaufsicht in Südafrika beginnt mit der Prüfung möglicher Insidertransaktionen bei Steinhoff.

Seitdem ist fast genau ein Jahr vergangen. Es ist viel passiert. Die US-Tochter Mattress Firm hat das Insolvenzverfahren wieder verlassen, die südafrikanische Tochter Pepkor Holdings meldete Wachstum bei Umsatz und operativem Gewinn.

Insgesamt sind allerdings immer noch viele Fragen bei Steinhoff offen. Diejenigen, die seit Monaten mit Steinhoff-Aktien spekulieren, warten sehnsüchtig auf die testierten Geschäftsberichte. PwC will die Berichte angeblich in den kommenden Wochen vorlegen.

Dann wird man sich ein gewisses Bild machen können, was wirklich los war in den letzten Jahren bei Steinhoff. Dann wird man wissen, wie die Geschäfte wirklich gelaufen sind.

Aber auch danach wird es noch einige Fragezeichen geben. Zum Beispiel: Welche Fortschritte kann der Konzern weiterhin beim Schuldenabbau machen? Wie wird der Prozess um Schadensersatzforderungen ausgehen? Derzeit steht eine Gesamtschadensersatzsumme von zwölf Milliarden Euro im Raum.

Vieles immer noch offen

Ein knappes Jahr nach der Skandalmeldung kostet eine Steinhoff-Aktie keine zwölf Cent. Solange nicht klar ist, dass das Unternehmen eine gute Überlebenschance hat, wird der Kurs eine hochriskante Angelegenheit bleiben.