18.10.2018 Andreas Deutsch

Steinhoff bekommt Ruhe - Zocker-Aktie geht durch die Decke

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Steinhoff
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Gute Nachrichten für den Möbelkonzern Steinhoff: Der Anlegerverband VEB/European Investors hat zugesagt, Steinhoff während der Sanierung in Ruhe zu lassen.

Dabei geht es um die in vor einem Gericht in Amsterdam angestrengte Sammelklage wegen Falschbilanzierung, unrichtiger Prospekte und Veröffentlichungen. Steinhoff soll zum 3. April 2019 seine Ruhe vor VEB/European Investors bekommen, heißt es in einer Mitteilung des angeschlagenen Möbelkonzerns.

Mit dem Stillhalteabkommen soll Steinhoff Zeit bekommen, sich um seine Sanierung zu kümmern. „Die Vereinbarung erlaubt uns, diese Aufgaben im Interesse aller Beteiligten abzuschließen“, so Steinhoff-Interimschef Danie van der Merwe.

Steinhoff hatte im Dezember Bilanzunregelmäßigkeiten einräumen. Der langjährige CEO Markus Jooste trat daraufhin von seinem Posten zurück. Die Aktie ist seitdem ein Penny-Stock.

Anlegeranwälte wollen den Möbelkonzern deswegen auf Schadensersatz verklagen. Das vorläufige Klagevolumen beläuft sich auf zwölf Milliarden Euro.

Nur für Zocker

Auch wenn Steinhoff mehr Ruhe und Zeit für die Sanierung erhält: Niemand kann seriös sagen, wie die Zukunft des Möbelhändlers aussehen wird. Bleiben die Kunden treu? Was werden die testierten Bilanzen, die in wenigen Wochen kommen sollen, ans Licht bringen? Wie viel Strafe wird der Konzern zahlen müssen? Brennende Fragen, keine Antworten. Die Aktie bleibt ein Spielball für Zocker.