++ Hebel-Power bei diesen KI-Werten ++
Foto: Börsenmedien AG
16.11.2018 Andreas Deutsch

Steinhoff: Aktie knickt ein - was die Börse weiß und was nicht

-%
Steinhoff

Kein Tag vergeht, an dem die Aktie des Möbelkonzerns Steinhoff nicht weit oben auf den Suchlisten der Onlinebroker auftaucht. Der kurzfristige Höhenflug des Titels ist am Freitag schon wieder vorbei. Auch wenn es die Zocker nicht gerne hören: Steinhoff ist eine Spekulation mit völlig ungewissem Ausgang.

Auch elf Monate nach der Skandalmeldung über Bilanzunregelmäßigkeiten erinnert Steinhoff immer noch an eine Black Box. Fraglich ist zum Beispiel, wie die Geschäfte aktuell laufen. Haben die Kunden weiter Vertrauen in den Konzern? Oder kaufen sie ihre Möbel angesichts der unsicheren Zukunft lieber woanders?

Zudem kann keiner sagen, welchen Verlauf die Milliardenklage der Anleger gegen Steinhoff nehmen wird. Wird es einen Vergleich geben? Dann, so Rechtsanwalt Maximilian Weiss von der Kanzlei Andreas Tilp, könnte der Prozess weniger als drei bis fünf Jahre dauern.

Die vorläufige Schadensersatzsumme beläuft sich auf zwölf Milliarden Euro. Dass es am Ende sogar mehr werden, glaubt Weiss nicht.

Ebenfalls unklar ist, inwieweit die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft das Unternehmen beeinflussen werden. Ermittlungen wegen Bilanzfälschung laufen. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg prüft nun eine Ausweitung ihrer Ermittlungen.

Berichte sollen bald kommen

Wenigstens etwas Licht ins Dunkel sollten die testierten Geschäftsberichte bringen, die PwC vermutlich in den kommenden Wochen vorlegen wird. Die Wirtschaftsprüfer haben bislang 13 Milliarden Euro an Vermögenswerten aus den Bilanzen streichen lassen.

Positiv für Steinhoff ist, dass die Gläubiger offenbar in den kommenden Monaten keinen Druck auf das Management machen wollen, damit der Sanierungsprozess nicht gestört werde. Vor wenigen Wochen hatte der Anlegerverband VEB/European Investors erklärt, die vor einem Gericht in Amsterdam angestrengte Sammelklage wegen Falschbilanzierung, unrichtiger Prospekte und Veröffentlichungen bis zum 3. April 2019 ruhen zu lassen.

Risiko sollte einem bewusst sein

Ein Aktienkurs sagt oft mehr als tausend Worte. Seit der Meldung vom Dezember hat die Steinhoff-Aktie 97 Prozent verloren. Seit Juli hat sich der Kurs halbiert. Solange noch etliche Fragen zur Zukunft offen sind, wird die Aktie aller Voraussicht nach hochvolatil bleiben.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Steinhoff - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.

Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7

Jetzt sichern