Auf den ersten Blick waren die Q2-Zahlen durchaus gut: Der Umsatz übertraf die Erwartungen der Wall Street deutlich und auch der Verlust je Aktie fiel geringer aus. Problem: Die Investitionen liefen aus dem Ruder. Ergebnis: Die Anleger schickten die SpaceX-Aktie dennoch auf Talfahrt. Goldman Sachs hält dagegen.
Der Umsatz von SpaceX lag im zweiten Quartal mit 7,81 Milliarden Dollar deutlich über den Analystenschätzungen von 6,93 Milliarden Dollar. Auch die einzelnen Geschäftsbereiche übertrafen die Erwartungen: Das Raumfahrtgeschäft, Starlink, wie auch der KI-Bereich verbuchten gute Ergebnisse.
Allerdings gab SpaceX im zweiten Quartal rund 18,4 Milliarden Dollar für Investitionen aus – mehr als sechsmal so viel wie im Vorjahresquartal und deutlich mehr als die Analystenschätzung von etwa 13,2 Milliarden Dollar. Der größte Teil, rund 15,8 Milliarden Dollar, floss in die KI-Infrastruktur.
Weiterhin steht deshalb die Frage im Raum: Wie viel zusätzliches Geld muss das Unternehmen noch aufnehmen, um seine Pläne zu finanzieren?
Goldman Sachs: SpaceX-Kursziel 220 Dollar
Für Eric Sheridan von Goldman Sachs kein Grund die Aktie zu verkaufen. Mit dem ersten Quartalsbericht nach dem Börsendebüt habe der Weltraum- und KI-Konzern seine großen Zielmärkte untermauert, schrieb Sheridan. Sheridan hob besonders die Fortschritte im KI-Bereich hervor und schraubte sein Kursziel für die Aktie sogar um 15 auf 220 Dollar nach oben.
Lock-up läuft aus
Problematisch für die weitere Entwicklung der SpaceX-Aktie könnte das Auslaufen der ersten Lock-up-Frist am 6. August werden. Dadurch werden bis zu 911,5 Millionen Aktien frei handelbar. Das sind rund 20 Prozent der gesperrten Insider-Bestände. Die Folge wäre eine Verdopplung des bisherigen frei handelbaren Angebots.
SpaceX wächst zwar stark, verbrennt aber gleichzeitig gewaltige Summen für Rechenzentren, Chips und KI. Die Anleger bezweifeln offenbar, dass sich diese Investitionen schnell genug in Gewinne verwandeln.
Fakt ist: Die aktuelle Marktkapitalisierung von SpaceX wird durch keine der heutigen Finanzkennzahlen gestützt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf Basis des vergangenen Umsatzes liegt bei über 70.
Heißt: Ein großer Teil der SpaceX-Investmentstory ist eine Wette auf Elon Musk: auf sein Versprechen, Rechenzentren im Weltraum zu bauen, eines Tages Menschen zum Mars zu schicken und gleichzeitig im KI-Wettbewerb erfolgreich zu sein. Anleger beachten außerdem das Auslaufen der Lock-up-Perioden. Spannendens Unternehmen, allerdings mit einer sehr sehr sportlichen Bewertung.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
Enthält Material von dpa-AFX
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