22.10.2009 Florian Söllner

Solar: Kahlschlag durch EEG-Kappung?

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DAX

Weitere Kritik an den Plänen der neuen Bundesregierung, die Solar-Förderung zu drosseln. Q-Cells, Sunways, Solon und Solarfabrik werden von Murphy & Spitz auf "verkaufen" gestuft.

Auch die Fondsgesellschaft Murphy&Spitz rechnet nun mit einer Entscheidung der neuen schwarz-gelben Regierungskoalition, die PV-Einspeisetarife um bis zu 30 Prozent in 2010 zu reduzieren. Dies käme einem Kahlschlag gleich, bis zu 50.000 deutsche Arbeitsplätze könnten verloren gehen.

Murphy&Spitz stuft deutsche Hersteller wie Solon, Sunways, Solarfabrik oder Q-Cells auf verkaufen. Die Experten setzen hingegen chinesische und amerikanische Unternehmen wie Yingli, Trina, Suntech, First Solar und Sunpower auf kaufen.

DER AKTIONÄR rät von einer zu simplen schwarz-weiss-Sichtweise ab. Zumal auch viele chinesische Hersteller den Großteil ihrer Umsätze im deutschen Markt erzielen.

Zwar ist die EEG-Förderung zu hoch und muss gesenkt werden. Doch aufgrund der stark gesunkenen Modulpreise ist diese durchaus sinnvoll. Das Gros der Marge, welche durch eine Absenkung angegriffen werden würde, liegt derzeit weniger bei den Herstellern sondern vielmehr bei den Projektiern.

Verkraftbare Änderung

Die Auswirkungen für den gesamten Sektor dürften sich auf mittlere Sicht in Grenzen halten. Commerzbank-Solaranalyst Robert Schramm sagte im Gespräch mit dem AKTIONÄR: "Eine außerordentliche EEG-Absenkung kommt wohl erst ab Anfang 2011. Diese wird aber voraussichtlich sehr groß - 30 bis 40 Prozent statt 10 Prozent - ausfallen. Ich glaube, das wäre notwendig und für die Branche auch verkraftbar."

Auch bei einer solchen politischen Änderung dürften sich starke deutsche Solarfirmen weiterhin durchsetzen. Zu den AKTIONÄR-Favoriten gehören SMA ("Höheres Kursziel") und Solarworld. DER AKTIONÄR hat die Solarworld-Aktie jetzt genau unter die Lupe genommen. Lesen Sie im 6-seitigen Spezialreport was die Aktie wirklich wert ist.

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