22.10.2019 Benedikt Kaufmann

Software AG: Turnaround-Kandidat hat es geschafft

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Software AG
Trendthema

Im Q2 noch enttäuscht – jetzt ein beinahe perfektes Quartal. Die Software AG hat mit den Zahlen zum Q3 die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Aktie marschiert mit einem Plus von über zehn Prozent an die TecDAX-Spitze.

Die Software AG hat ihre Geschäfte nach einer schwierigen ersten Jahreshälfte im dritten Quartal deutlich ausbauen können. Umsatz und Gewinn legten spürbar zu. Sowohl die zuletzt enttäuschende Digitalsparte zur Verzahnung von IT-Systemen als auch das Datenbankgeschäft überzeugten. Im neuen Wachstumsfeld mit Cloudsoftware und der Vernetzung von Maschinen stockte es zwar – das soll sich aber vor Jahresende wieder ändern.


Q3-Präsentation Software AG

Der Konzernumsatz kletterte zwischen Juni und Ende September im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 224,2 Millionen Euro. Vom Unternehmen befragte Analysten hatten lediglich mit einem Wert auf Vorjahresniveau gerechnet. Die Digitalsparte (ohne Cloud- und Vernetzungssoftware), für welche die Software AG im Juli noch die Prognose senken musste, profitierte von einem starken Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und einer Erholung in Nordamerika. In den USA hatte das Geschäft zuletzt deutlich gestottert.

Ein Händler nannte insbesondere das Datenbankgeschäft "erstaunlich stark". Der Kurssprung nach den Zahlen von über zehn Prozent zeigt die Begeisterung der Investoren und konnte den bisher in diesem Jahr aufgelaufenen Kursverlust von rund 15 Prozent etwas begrenzen.

Die angestammte Datenbanksparte, mit der die Software AG groß geworden ist, konnte einmal mehr besser abschneiden als gedacht. Das Geschäft liefert hohe Margen und bringt dem Konzern lange, lukrative Wartungsverträge ein. Der gute Lauf im dritten Quartal sei jedoch vor allem einigen frühzeitigen Abschlüssen zu verdanken, hieß es. Das Datenbankgeschäft gehört wegen technischer Neuerungen strukturell nicht zu den Wachstumstreibern für das Unternehmen, bessert aber oft die Gewinne auf.

Beim EBITDA legte die Software AG denn auch ebenfalls um sieben Prozent auf 68,4 Millionen Euro zu. Die operative Marge erreichte so den Vorjahreswert, während Experten zuvor mit einem deutlichen Rücksetzer gerechnet hatten. Unter dem Strich wuchs der Konzerngewinn auch wegen einer geringeren Steuerquote noch etwas stärker um gut 15 Prozent auf 44 Millionen Euro. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte das Management.

DER AKTIONÄR ist überzeugt, dass die Software AG unter Sanjay Brahmawar auf dem richtigen Weg ist. In einem telefonischen Interview von heute Vormittag gab sich der CEO zuversichtlich, dass mit dem Q3 in Teilen ein fundamentaler Boden gefunden wurde.

Der Chart sieht ebenfalls nach Bodenbildung aus. DER AKTIONÄR geht für Sie hier weiter in die Tiefe. Bis die Story vollständig durchdrungen ist, heißt es für den heißen Turnaround-Kandidaten: Watchlist!

Software AG (WKN: A2GS40)

Der Autor Benedikt Kaufmann hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Software AG.

Mit Material von dpaAFX.