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22.10.2020 Michael Schröder

Sixt: Zahlen ja, Ausblick nein - KfW-Kredit noch nicht genutzt - was bedeutet das für die Aktie?

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Sixt

Im dritten Quartal brachen Umsatze und Gewinn bei Sixt erwartet stark ein. Eine Jahresprognose bleibt der Mobilitätsdienstleister aber weiter schuldig. Der Konzern verwies in einer Mitteilung auf die "sich aktuell drastisch verschärfenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie". Am Ende liefern die Eckdaten wenig Neues und damit auch keine positive Impulse für die Aktie.

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Nach Auswertung vorläufiger Geschäftszahlen beläuft sich das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen (ohne Berücksichtigung des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs Leasing) rund 66 Millionen Euro (Vorjahr bereinigt: 146,6 Millionen Euro) und der operative Konzernumsatz voraussichtlich rund 460 Millionen Euro (Vorjahr bereinigt: 778,2 Millionen Euro).

Sparziel erreicht

Das positive Ergebnis vor Steuern (EBT) im dritten Quartal 2020 ist dabei insbesondere zurückzuführen auf die in diesem Zeitraum teilweise gelockerten Reisebeschränkungen in den nachfragestarken Sommermonaten sowie umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen sowohl im Fuhrpark als auch bei den sonstigen Kosten. In den ersten neun Monaten sonstige Kosten in Höhe von erheblich über 200 Millionen Euro und damit bereits mehr als das Gesamtjahresziel von 150 Millionen Euro eingespart werden.

KfW-Kredit noch unberührt

Die Liquiditätsreserve zum Ende des dritten Quartals umfasst rund 500 Millionen Euro Bankguthaben sowie weitere nicht in Anspruch genommene Finanzierungsmittel, unter anderem eine Konsortialkreditlinie von bis zu 1,4 Milliarden Euro, die noch nicht in Anspruch genommen wurde.

Sondereffekt durch Leasing-Verkauf

In Summe kommt Sixt in den ersten neun Monate beim EBT auf minus 57 Millionen Euro (Vorjahr bereinigt: 260 Millionen Euro) und beim operativen Konzernumsatz auf rund 1,17 Milliarden Euro (Vorjahr bereinigt: 1,91 Milliarden Euro). Nicht berücksichtigt sind die Ergebnisse aus dem nicht fortgeführten Geschäftsbereich Leasing, insbesondere der darin enthaltene einmalige Sondereffekt aus dem Verkauf der Beteiligung an der Sixt Leasing, der im Juli 2020 vollzogen wurde. Von diesen steht den Sixt-Aktionären ein Ergebnis nach Steuern von rund 65 Millionen Euro zu.

Keine Jahresprognose

Aufgrund der in den letzten Tagen und Wochen wieder drastisch ausgeweiteten Reisebeschränkungen ist weiterhin nicht absehbar, in welchem Ausmaß die Geschäftsentwicklung von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt werden wird. Die daraus für den Geschäftsbetrieb resultierenden Unsicherheiten sind unverändert stark erhöht. Deshalb kann die Gesellschaft weiterhin keine Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2020 abgeben.

Sixt (WKN: 723132)

Am Ende liefern die Eckdaten wenig Neues und damit auch keine positiven Impulse für die Aktie. Kurzfristig dürfte die Aktie weiter von den Wasserstandsmeldungen rund um das Coronavirus beeinflusst werden, die derzeit alles andere als positiv sind. Aus charttechnischer Sicht droht nun ebenfalls ein Verkaufssignal. Anleger warten vor einem (Neu-) Einstieg vorerst ab. Für mittel- und langfristig orientierte Anleger heißt es weiter: Ruhe bewahren!

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.