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03.11.2020 Michael Schröder

Siltronic-Vorstand: "Produktmix-Effekte eher von kürzerer Dauer" – Digitalisierung und Handelskrieg im Fokus

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Siltronic

Siltronic leidet unter einem ungünstigen Produktmix und dem starken Euro. Daran dürfte sich auch im Rest des Jahres nur noch wenig ändern. Die künftige Entwicklung wird von diversen externen Faktoren, wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China und dem Verlauf der Corona-Pandemie, beeinflusst werden. Bei aller Unsicherheit: Die Chancen auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen sind gegeben.

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Die Unsicherheiten durch die erneute Zuspitzung der Coronakrise sind nahezu überall zu spüren. „Es ist uns bisher gelungen, in diesen herausfordernden Zeiten ohne Einschränkungen zu produzieren“, so Siltronic-CEO Dr. Christoph von Plotho gegenüber dem AKTIONÄR. „Wir freuen uns, dass wir weltweit nur extrem wenige Covid-19-Fälle unter unseren Mitarbeitern hatten. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist uns ein extrem hohes Anliegen und wir haben umfangreiche Sicherheitskonzepte an allen unseren Standorten weltweit implementiert.“

Dr. Christoph von Plotho, Vorstand Siltronic

Der Waferhersteller profitiert von den anhaltenden Investitionen in Digitalisierung. „Der Rückenwind durch die fortschreitende Digitalisierung wird anhalten. Allerdings wird das Konsumentenverhalten stark davon abhängen, ob es zur erhofften Wirtschaftserholung kommen wird“, so der Firmenlenker.

US-Wahl im Blick

Die Wafer-Nachfrage wurde in den vergangenen Monaten auch durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China beeinflusst. Ein neuer US-Präsident und ein mögliches Ende des Zollstreits könnte Siltronic als ein global ausgerichtetes Unternehmen mit Produktionsstandorten in Deutschland, Portland (USA) und in Singapur in die Karten spielen. Zumal praktisch alle führenden Halbleiterhersteller zu unseren Kunden der Müchner gehören. „Es wäre wünschenswert, wenn es in diesem Zukunftsmarkt Technologie wieder mehr gemeinsam als gegeneinander geben würde”, so von Plotho vielsagend.

Alles in allem ist der Vorstand für das vierte Quartal heute optimistischer als vor gut drei Monaten. Vor allem die Automobilindustrie zeigt sich zurzeit etwas optimistischer. „Kurzfristig werden hier jedoch eher Standardprodukte nachgefragt und nicht so stark die high-end Wafer“, so von Plotho. „Das heißt, der negative Produktmix, den wir bereits im dritten Quartal gesehen haben, wird sich im vierten Quartal noch fortsetzen. Glücklicherweise sind Produktmix-Effekte jedoch eher von kürzerer Dauer und mittelfristig wird sich dieser Effekt wieder umkehren.“

Siltronic (WKN: WAF300)

Der Waferhersteller kommt ganz gut durch die Coronakrise. Deutlich mehr zu schaffen macht ihm negative Währungseffekte und der unvorteilhafte Produktmix. Kommt es hier zu erwarteten Wende und steigt die Nachfrage nach den hochpreisigen Produkten, dann dürfte bei anziehenden Waferpreisen auch die Aktie wieder anziehen. Anleger mit Weitblick nutzen schwache Tage zum Aufbau einer Position.