Der Silberpreis präsentiert sich weiterhin in einer starken Verfassung und notiert weiterhin deutlich über den ehemaligen Allzeithochs. Dieses anhaltend hohe Niveau spielt natürlich vor allem den großen Silberproduzenten und Silberstreamern wie First Majestic Silver oder Wheaton Precious Metals in die Karten.
Für höhere Silberpreise spricht vor allem das strukturelle Angebotsdefizit. Nach Angaben des Silver Institute und der Beratungsgesellschaft Metals Focus überstieg die weltweite Nachfrage 2025 das Angebot um rund 40,3 Millionen Feinunzen. Für 2026 wird ein weiteres Defizit von etwa 46,3 Millionen Feinunzen erwartet. Damit könnte der Markt das sechste Jahr in Folge mehr Silber verbrauchen, als durch Minenproduktion und Recycling zur Verfügung steht.
Die Silberproduktion dürfte voraussichtlich in etwa stagnieren und nicht ausreichen, um die Nachfrage vollständig zu decken. Eine schnelle Ausweitung der Förderung ist ohnehin schwierig, weil Silber vielfach als Nebenprodukt beim Abbau von Blei, Zink, Kupfer oder Gold gewonnen wird.
Eingesetzt wird das Metall wegen seiner hohen elektrischen und thermischen Leitfähigkeit unter anderem in Elektronik, Fahrzeugen, Stromnetzen und Solarmodulen. Besonders wichtig ist die Photovoltaik. Zwar wächst die Zahl der installierten Solaranlagen, gleichzeitig versuchen die Hersteller wegen der hohen Preise, den Silberverbrauch je Modul zu reduzieren oder das Metall teilweise zu ersetzen. Das Silver Institute erwartet deshalb für 2026 einen leichten Rückgang der industriellen Silbernachfrage um etwa zwei Prozent auf rund 650 Millionen Feinunzen.
Als Geldanlage immer beliebter
Das bedeutet jedoch nicht das Ende der Solarstory. Energiewende, Elektrifizierung des Verkehrs, Ausbau der Stromnetze sowie Rechenzentren und künstliche Intelligenz bleiben langfristige Wachstumstrends. Diese Bereiche können einen Teil der schwächeren Nachfrage aus der Photovoltaik ausgleichen. Gleichzeitig belasten die hohen Preise die Schmuck- und Silberwarenindustrie. Für 2026 wird bei Schmuck ein Nachfragerückgang von mehr als neun Prozent erwartet, bei Silberwaren sogar ein Minus von etwa 17 Prozent.
Der wichtigste Gegenspieler zu dieser Nachfrageschwäche ist die Investmentseite. Die Nachfrage nach Münzen und Barren soll 2026 um rund 20 Prozent auf etwa 227 Millionen Feinunzen steigen. Vor allem westliche Anleger kehren nach mehreren schwächeren Jahren in den physischen Markt zurück. Geopolitische Unsicherheit, Sorgen um die öffentlichen Finanzen und die Aussicht auf sinkende Zinsen stützen das Interesse an Edelmetallen. Auch börsengehandelte Silberprodukte beeinflussen den Preis erheblich: Zuflüsse können physisches Metall binden, Abflüsse zusätzliches Angebot freisetzen.
Kurzfristig bleiben deshalb Zinsen, US-Dollar und Goldpreis die wichtigsten Einflussfaktoren. Sinkende Renditen und ein schwächerer Dollar wirken meist unterstützend, während steigende Realzinsen und ein fester Dollar den Silberpreis belasten können. Silber reagiert dabei häufig stärker als Gold, weil der Markt kleiner und der Industrieanteil höher ist. Eine robuste Konjunktur hilft über die industrielle Nachfrage, eine Rezession kann dagegen belasten. In einer Krise kann allerdings die Nachfrage nach Edelmetallen als sicherem Hafen wieder zunehmen.
Die Aussichten für Silber und damit auch für die Produzenten des Edelmetalls bleiben weiterhin gut. Wer breit im Silbersektor investieren will, liegt mit dem Indexzertifikat auf den Best of Silver mit der WKN DA0AB0 richtig.
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