Die Aktie von Siemens stand am heutigen Montag massiv unter Druck. Am Ende verlor das Papier mehr als sechs Prozent auf 234,60 Euro und war damit mit Abstand der schwächste Titel im deutschen Leitindex DAX vor Brenntag und SAP. Auslöser sind wachsende Sorgen rund um das Thema Künstliche Intelligenz.
Am Montagnachmittag rutschten die Papiere auf den niedrigsten Stand seit Dezember vergangenen Jahres. Noch am vergangenen Donnerstag hatten sie mit 275,75 Euro ein neues Rekordniveau markieren können Doch dann setzten Gewinnmitnahmen ein. Zudem belasten nun KI-Sorgen. Auch in Paris standen Technologiewerte unter Druck: Die Aktien von Dassault Systèmes brachen um mehr als zehn Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit August 2017.
Beobachter am Markt sehen zunehmende Bedenken, dass fortschrittliche KI-Anwendungen klassische industrielle Software verdrängen könnten. Besonders im Fokus steht Software für sogenannte digitale Zwillinge, also virtuelle Abbilder realer Objekte. Investoren fürchten, dass solche Lösungen künftig durch KI-gestützte Systeme ersetzt werden. Zudem gilt das bisher übliche Modell, sämtliche Software aus einer Hand von Anbietern wie Siemens oder Dassault zu beziehen, laut Analysten als weniger überzeugend. KI eröffne Unternehmen die Möglichkeit, flexibel kombinierbare, offene Systeme zu nutzen.
Die Aktie von Siemens hat sich mit dem heutigen Kurseinbruch nun einer wichtigen Unterstützung genähert: der 200-Tage-Linie, die im Bereich von 232 Euro verläuft. Diese sollte nun unbedingt verteidigt werden, soll sich das charttechnische Bild nicht deutlich eintrüben. Die nächste wichtige Unterstützung wäre das Novembertief bei 216,05 Euro. AKTIONÄR-Leser liegen seit der Empfehlung noch immer rund 33 Prozent im Plus. Ein Stopp bei 207,50 Euro sichert nach unten ab.
Heute, 18:02