Die US-Börsen haben am Mittwoch überwiegend nachgegeben. Belastet wurden vor allem die Standardwerte durch die erste Anhebung der US-Leitzinsen seit 2023. Die zuvor unterstützend wirkenden, gesunkenen Ölpreise konnten die negativen Impulse nicht ausgleichen. Der Dow Jones verlor 1,21 Prozent und schloss bei 51.461,90 Punkten.
Der Leitindex hatte bereits im Vorfeld schwächer als die übrigen großen Börsenbarometer tendiert. Der S&P 500 gab 0,45 Prozent auf 7.551,81 Zähler nach. Der Nasdaq 100 hielt sich dagegen knapp im positiven Bereich und beendete den Handel mit einem Plus von 0,02 Prozent bei 28.945,06 Punkten.
Die Anhebung des Zielkorridors um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent war von den Marktteilnehmern weitgehend erwartet worden. Als besonders bemerkenswert wertete Thomas Altmann von QC Partners jedoch, dass alle Fed-Mitglieder für den Zinsschritt stimmten. Damit unterstreiche die Notenbank ihre Entschlossenheit – auch gegenüber US-Präsident Donald Trump, dem die Entscheidung "sicherlich nicht gefallen wird".
Stephen Brown von Capital Economics verwies auf Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, die auf eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende hindeuten könnten. Brown rechnet zudem weiterhin damit, dass die US-Notenbank bereits zu Beginn des kommenden Jahres einen dritten Zinsschritt nach oben vollziehen könnte. Höhere Zinsen machen Aktien im Vergleich zu Anleihen tendenziell weniger attraktiv.
Künstliche Intelligenz blieb ebenfalls ein bestimmendes Thema am US-Aktienmarkt. Die Sorgen über mögliche Sicherheitsrisiken und ein zu hohes Entwicklungstempo, die zu Wochenbeginn noch für deutliche Unruhe gesorgt hatten, traten zuletzt etwas in den Hintergrund.
Analysten der Citigroup argumentierten, dass Anbieter von KI-Systemen Sicherheitsfragen als besonders rechenintensive Aufgabe behandeln. Ein höherer Sicherheitsbedarf könnte somit den Bedarf an Rechenzentren und Rechenleistung sogar erhöhen.
Davon profitierten mehrere Halbleiterwerte. Intel legte um 4 Prozent zu. Zusätzlich sorgten Berichte über eine mögliche Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen Hersteller SK Hynix beim Bau von Chips in den USA für Interesse. SK Hynix erklärte daraufhin, verschiedene Optionen zur Verbesserung seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit zu prüfen. Marvell Technology gewann 3,6 Prozent, AMD stieg um 1,7 Prozent und Nvidia um 0,8 Prozent.
Deutlich schwächer entwickelten sich die Aktien von JB Hunt. Sie verloren 13,3 Prozent, nachdem der Transport- und Logistikkonzern bei einer Veranstaltung von Morgan Stanley vor höheren Kosten gewarnt und seine Anleger mit einer seltenen Gewinnwarnung verunsichert hatte. Auch mit der Boeing-Aktie ging es deutlich bergab.
Enthält Material von dpa-AFX
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