Investieren wie Peter Lynch - So geht's
07.12.2020 Carsten Kaletta

Ryanair tritt Konkurrenz vors Schienbein

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Ryanair

Die Aktien von Fluggesellschaften zählen zu großen Corona-Verlierern. Zuletzt ging es aber dank der Nachrichten über eine positive Impfstoff-Entwicklung für die Airlines wie Ryanair aufwärts. Weiter aufwärts könnte es für die Aktie von Europas größtem Billigflieger aus Sicht der HSBC gehen. Derweil kämpft das irische Unternehmen auch an einer anderen (gerichtlichen) Front.


Die britische Investmentbank HSBC hat die Einstufung für Ryanair auf "Buy" mit einem Kursziel von 20 Euro belassen. Dank positiver Impfstoffnachrichten hätten sich die Papiere der Airlines zuletzt sehr stark entwickelt, schrieb Analyst Andrew Lobbenberg in einer am Montag vorliegenden Studie. Die Bewertung rücke in den Fokus. Besonders leicht begründen ließen sich weiter die Kaufempfehlungen bei EasyJet und IAG, aber auch die bei Ryanair bleibe vertretbar.

Unterdessen hat das irische Unternehmen vor dem Gerichtshof der EU eine wahre Klagewelle gegen Coronahilfen für seine Wettbewerber losgetreten. Im Visier hat man die Erzrivalen Lufthansa und dessen Partner sowie die Condor. Ryanair klagt zudem wegen Krediten oder Garantien für die Lufthansa-Partnerlinien TAP aus Portugal und die skandinavische SAS. Weitere Verfahren betreffen Finnair und Air France-KLM. 

Bei seiner Offensive gegen die Hilfen klagt Ryanair formell nicht unmittelbar gegen die Hilfen, sondern lediglich gegen deren Genehmigung durch die EU-Kommission. Grund: Die Chancen, Finanzhilfen eines Staates direkt zu untersagen, sind für Ryanair gering. Diese Vorgehen zeigt einmal mehr die für Ryanair typische Effizienz.

Ryanair (WKN: A1401Z)

DER AKTIONÄR ist weiterhin ein Fan der Ryanair-Aktie. Europas größter Billigflieger ist top aufgestellt und verfügt über eine große Flexibilität. Beides spricht dafür, dass das irische Unternehmen seine Marktposition in der Zukunft tendenziell weiter ausbauen dürfte. Kursziel für die Aktie: 20,50 Euro. Ganz wichtig: Investierte Anleger sollten unbedingt einen Stoppkurs bei 12,50 Euro setzen. 

Mit Material von dpa-AFX