09.05.2020 Michel Doepke

Roche-Rivale Abbott: "In der Diagnostik in Deutschland führend"

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Abbott Laboratories

Auf die herkömmlichen Corona-Tests folgen nun Corona-Antikörpertests: Abbott Laboratories zählt zu den ersten Unternehmen, die so einen Test in Deutschland im großen Stil anbieten können. DER AKTIONÄR hat bei Astrid Tinnemans, Head of Public Affairs Germany bei Abbott, nachgefragt, was das Besondere an dem Test ist und welchen Beitrag der US-Konzern zur Bekämpfung der Pandemie leistet.

Astrid Tinnemans, Head of Public Affairs Germany bei Abbott. (Quelle: Abbott)

Frau Tinnemans, was zeichnet den COVID-19 Antikörper-Bluttest von Abbott aus?

Astrid Tinnemans: Der Test von Abbott zeichnet sich durch eine Sensitivität und Genauigkeit von mehr als 99 Prozent aus. Neben der CE-Zulassung hat dieser Test bereits eine Notfall-Zulassung durch die amerikanische Zulassungsbehörde FDA. Zudem wird der Test in Europa gefertigt, was einen Vorteil in Bezug auf die Lieferketten darstellt.

Wie läuft die Erstattung in Deutschland ab?

Jeder, der gemäß den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts für einen Antikörpertest in Frage kommt, kann diesen bei seinem behandelnden Arzt bekommen. Dem Patienten entstehen dabei keine Kosten. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass die Testkapazitäten Stück für Stück ausgeweitet werden sollen, mit dem Ziel, in Zukunft noch mehr Patienten zu testen.

Mit welcher Konkurrenz muss sich Abbott messen?

Es gibt mehrere namhafte Anbieter auf dem Diagnostikmarkt in Deutschland. Abbott ist stolz darauf, sich als einen der führenden Anbieter in Deutschland und auch weltweit bezeichnen zu können. Hinsichtlich unseres COVID-19 Antikörpertests ist besonders hervorzuheben, dass der Test von Abbott bereits in Deutschland verfügbar ist.

Was hebt Abbott von der Konkurrenz ab?

Abbott ist in der Diagnostik in Deutschland führend. So wurde zum Beispiel in den 80er-Jahren in der deutschen Hauptniederlassung in Wiesbaden der weltweit erste HIV-Test entwickelt. Neben der fortlaufenden Entwicklung und Produktion von diagnostischen Tests und Testsystemen für das Kernlabor sowie für die Molekulardiagnostik hat Abbott vor einigen Jahren das Global-SurveillanceProgramm ins Leben gerufen. Dieses Programm soll HI- und Hepatitis-Viren überwachen, Mutationen identifizieren und so sicherstellen, dass die diagnostischen Tests von Abbott immer auf dem neusten Stand sind. Als Teil dieses Programms wurde Ende 2019 ein ganz neuer HIV-Strang entdeckt. Dieses Wissen wurde auch bei der Entwicklung unserer COVID-19-Tests eingesetzt.

Welche weiteren Anstrengungen unternimmt Abbott im Kampf gegen das neuartige Coronavirus?

Angesichts der globalen und weitreichenden Auswirkungen dieser Pandemie sollte jeder alle Anstrengungen unternehmen, die möglich sind, um den Kampf gegen das Virus zu gewinnen. Für Abbott bedeutet das, jeden möglichen Test über alle unsere diagnostischen Testplattformen hinweg zu entwickeln - von tragbaren, schnellen bis hin zu Tests in großen Mengen für Krankenhäuser. So tragen wir dazu bei, Millionen von Menschen auf der ganzen Welt bei der Untersuchung zu unterstützen. Unser neuer Antikörper-Test für das Zentrallabor ergänzt die COVID-19-Tests von Abbott, die bereits für das molekulare Laborsystem m2000 in Deutschland mehr als 100.000 Mal bereitgestellt wurden. Wir sind stolz auf den Beitrag, den wir in diesem Kampf gegen das Coronavirus leisten.

Vielen Dank für das Interview!

Abbott Laboratories (WKN: 850103)

Abbott Laboratories ist, wie der Schweizer Rivale Roche, mit einem krisensicheren Geschäftsmodell ein hochinteressantes Unternehmen für langfristig ausgerichtete Anleger. Nach einer kurzen Verschnaufpause sollte die Aktie wieder Fahrt aufnehmen und das vor Kurzem erst markierte Rekordhoch attackieren.